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Asien

Katastrophenvorsorge

Bangladesch: Vorsorge im Risikogebiet

Ein Mädchen in einer überschwemmten Landschaft.Fast jedes Jahr kommt es zu Überschwemmungen.Gael Kerbaol, Caritas international

Die Vereinten Nationen indizierten im WeltRisikoIndex 2016 Bangladesch als eines der risikoreichsten Länder. Von gesamt 171 Staaten liegt Bangladesch aufgrund seines Katastrophenrisikos auf Platz 5.

Das Risiko wird maßgeblich durch die geographischen Gegebenheiten geprägt: Bangladesch befindet sich im Deltabereich der Flüsse Brahmaputra, Ganges und Meghna und liegt teilweise unter dem Meeresspiegel.

Praktisch jedes Jahr kommt es zu Stürmen und Überschwemmungen. So brachte im Mai 2016 der Zyklon "Roanu" schwere Regenfälle und Flutwellen mit sich. Eine halbe Million Menschen mussten evakuiert werden, rund 50.000 Häuser wurden beschädigt. Im August 2014 verursachten tagelange Regenfälle Überflutungen, in deren Folge eine halbe Million Menschen ihre Unterkünfte verließen. Die Wassermassen zerstörten Felder, viele Bauern verloren ihre Ernten. Im Mai 2013 fegte der Zyklon Mahasen über die Küstenregion und zerstörte 50.000 Häuser. Aus Furcht vor dem Zyklon hatten Hunderttausende Küstenbewohner ihr Zuhause verlassen und Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Die Caritas Bangladesch, die im nationalen Katastrophenschutz aktiv ist, hat sich an den Evakuierungsmaßnahmen beteiligt.

Die bisher schlimmsten Katastrophen für das Land ereigneten sich aber 1970, als durch den Zyklon Bhola eine halbe Million Menschen ihr Leben verloren und 1991, wo bei einer Flutwelle rund 138.000 Menschen starben.

Verbesserte Katastrophenvorsorge

Nach diesen Großkatastrophen hatte die Regierung mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft fieberhaft daran gearbeitet, die Notfallpläne zu verbessern und die Bevölkerung besser vor Überschwemmungskatastrophen zu schützen.

Als Teil der Katastrophenvorsorge errichtete Caritas Bangladesch mit Finanzierung von Caritas international Anfang der neunziger Jahre 242 Schutzbauten. Die betonierten Gebäude sind auf Stelzen gebaut, die bis zu zwölf Meter tief in der Erde verankert sind und jeweils 2.000 Menschen Schutz vor Sturm und Wasser bieten. Bei den schweren Wirbelstürmen in den Folgejahren ab 1997 konnte die Effektivität der Bauten unter Beweis gestellt werden.

September 2016