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Asien

Katastrophenvorsorge

Indien: Katastrophenvorsorge in Assam

Frau im Wasser trägt HaushaltsgegenständeCaritas Indien

Die fruchtbare Region entlang des Brahmaputra-Flusses ist dicht besiedelt. Viele Flüchtlinge aus Bangladesch und Migranten aus anderen Teilen Indiens kommen in den Bundesstaat Assam in der Hoffnung, auf eine bessere wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung als in ihrer Heimat.

Die Zuwanderer leben in einer von Naturkatastrophen am stärksten bedrohten Regionen Indiens: Das Gebiet am Fuße des Himalaya ist extrem erdbeben- und überschwemmungsgefährdet. Nach Monsunregen kommt es häufig zu Hangrutschen und schweren Fluten, die von Jahr zu Jahr häufiger vorkommen und stärker ausfallen. Im August 2017 kam es beispielsweise in ganz Südasien zu verheerenden Überschwemmungen. Mehr als 45 Millionen Menschen waren betroffen, allein in Assam und Uttar Pradesh standen über 5.000 Dörfer unter Wasser.

Neben den Zerstörungen steigt markant das Risiko für Epidemien und Seuchen durch verschmutztes Trinkwasser und mangelnde Hygiene. Das Wasser unterspült Häuser und bringt sie zum Einsturz. Der Boden wird mitgerissen, es kommt zu Erosionen und Erdrutschen. Ernten werden vernichtet und das Vieh ertrinkt.

Die Zugewanderten kennen diese Gefahren kaum. Sie wissen oft nicht um die Strategien, wie eine solche Katastrophe zu bewältigen ist oder wie sie sich schützen können.

Die Benachteiligten trifft es zuerst

Besonders hart treffen die Naturkatastrophen die ärmsten Gruppen der Bevölkerung, die auch geographisch an den Rand gedrängt werden: Sie bauen ihre Hütten vielfach in den stark gefährdeten Gebieten und sind daher im Katastrophenfall am meisten benachteiligt.

Es sind nicht nur allein natürliche Ursachen oder durch den Menschen bedingte Klimaerscheinungen, die eine Überschwemmung zur Katastrophe werden lassen. Vielmehr führen gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen oft zu unzureichenden oder gar fehlenden Reaktionen der Gesellschaft: Das Kastensystem mit seiner systematischen Diskriminierung weiter Bevölkerungsgruppen und die gleichzeitige extreme Benachteiligung der Frauen führen dazu, dass die meisten Opfer zu diesen Gruppen gehören. Durch Katastrophen werden so ihre ohnehin schon schlechten Zukunftsperspektiven noch weiter zerstört.

Indien gehört zwar - im Gegensatz zu den ebenfalls katastrophengeplagten Nachbarn Nepal und Bangladesch - nicht zu den ärmsten Ländern der Welt. Doch die regionalen Unterschiede sind groß. Und Korruption und Ineffizienz der Verwaltung verhindern vor allem in den Bundesstaaten Assam, Bihar und Orissa wirkungsvolle öffentliche Nothilfe oder Katastrophenvorbeugung.

Prävention

Caritas international hat mit verschiedenen Dorfgemeinschaften im Bundesstaat Assam Bildungsmaßnahmen zur Katastrophenprävention durchgeführt, die auf große Resonanz stießen. Inzwischen wurde das Projekt auf weitere Dorfgemeinschaften ausgeweitet. 

Januar 2018