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Asien

Teilhabe bei Behinderung

Indonesien: Selbsthilfe stärkt Behinderte

Zwei Krücken lehnen an einer WandAnthony Crider @flickr

"Menschen ohne Behinderung können ihre Arbeit ganz normal erledigen. Doch für Menschen mit Behinderung gibt es kein ‚business as usual‘." Mit diesen Sätzen kommentiert Ari, der seit Jahren mit einer Behinderung lebt, die Situation behinderter Menschen in Indonesien.

Wie viele Menschen in Indonesien mit Behinderungen leben, ist unbekannt. Laut dem indonesischen Ministerium für Soziales sind rund 2,45 Prozent der Gesamtbevölkerung von Behinderungen betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht dagegen von rund 15 Prozent aus, das sind 38 Millionen Menschen. Trotz dieser hohen Zahlen ist das staatliche Engagement für die Betroffenen noch sehr gering. So gibt es vielerorts keinen Zugang zu Bildung, angemessener Arbeit, öffentlichen Dienstleistungen oder Gebäuden. Fördermöglichkeiten sind rar und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht gegeben. Auch das Krankenversicherungssystem berücksichtigt Behinderte zu wenig oder gar nicht, nur ein kleiner Teil von ihnen ist im Besitz einer Krankenversicherung. Im Oktober 2011 ratifizierte die Regierung die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, doch fehlt es noch immer an der Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Keine Chancen

Die überwiegende Mehrheit der Menschen mit Behinderungen wohnt in ländlichen Gebieten des Inselstaates. Wer im Alltag nicht mobil ist, hat große Barrieren zu überwinden, um seine Rechte wahrnehmen zu können. Die Betroffenen kämpfen mit Ablehnung, Ausschluss und Stigmatisierung Viele Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gehen nur kurz oder gar nicht zur Schule, eine berufliche Ausbildung bleibt ihnen meistens verwehrt. Aus der einen Barriere resultiert die nächste: Menschen mit Behinderungen können ihren Unterhalt meistens nicht selbst bestreiten.

Inklusion ist das Ziel

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurden in den letzten Jahren erfolgreich Projekte umgesetzt, die eine Inklusion anstreben. Caritas international setzt in ihrer strategischen und operativen Arbeit auf den indonesischen Partner Pusat Pengembangan RBM, der auf nationaler Ebene eine wichtige Rolle spielt und jahrelange Erfahrungen in der Arbeit mit Behinderten vorweisen kann. So fand auf Initiative der Organisation im Jahr 2011 ein Meeting mit hochrangigen Regierungsvertretern statt, in dem die WHO-Richtlinien zur Verwirklichung der Inklusion diskutiert wurden.

Oktober 2016