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Asien

Gesundheit, Pflege, Sucht

Indonesien: Hilfe für suchtkranke Menschen

Ein Mann setzt eine Spritze an den ArmDas Risiko einer Ansteckung mit HIV/Aids ist bei den Drogenabhängigen sehr hoch.WBEZ, Greg Scott, @flickr

Seit Ende der neunziger Jahre ist die Zahl der drogenkonsumierenden Menschen in Indonesien rasant gewachsen. Die Behörden gehen derzeit von rund 4,5 Millionen Betroffenen aus. Der Einstieg in den Drogenkonsum erfolgt oft über die Modedroge Ecstasy, die in den Neunzigern populär wurde. Häufig ist dann ein schneller Wechsel zu stärkeren Drogen wie Heroin und Methamphetaminen (Crystal Meth) zu beobachten.

Mit dem Anwachsen der Drogenabhängigen ist auch ein Anstieg bei den HIV/AIDS-Infektionen zu verzeichnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums geht beinahe die Hälfte der Neuerkrankungen auf eine Übertragung bei Drogeninjektionen zurück.

Die indonesische Regierung reagiert mit einer repressiven Politik auf das Drogenproblem. Indonesien zählt zu den Ländern mit den schärfsten Drogengesetzen weltweit. Erst im Juli 2016 wurden trotz internationaler Proteste mehrere Drogenhändler hingerichtet. Andere Maßnahmen, die dem Schutz und der Behandlung der Betroffenen dienen oder eine Prävention zum Ziel haben, werden allerdings kaum ergriffen. Fachlich qualifizierte Einrichtungen zur Rehabilitation drogenkranker Menschen und Zugang zu medizinischen Angeboten für Suchtkranke gibt es nur sehr begrenzt. Vorsorgende Aufklärungskampagnen sind eine seltene Ausnahme, und viele Menschen kennen die Gefahren von Drogenmissbrauch und einer möglichen Übertragung von Krankheiten nicht.

Die Stadt Medan mit rund drei Millionen Einwohnern ist von der Drogenproblematik besonders betroffen. Die Stadtverwaltung geht von rund 4.000 Personen aus, die Drogen injizieren, und über 3.500 Personen, die HIV/AIDS-infiziert sind. Bei über 950 Fällen kam es zu einer Infektion mit HIV/AIDS durch Drogenmissbrauch.

Mit der Caritas PSE Medan hat Caritas international, als Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, einen erfahren und kompetenten Partner im Kampf gegen Drogenmissbrauch und in der Betreuung und Rehabilitation von Drogenabhängigen.

Oktober 2016