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Asien

Situation

Klimawandel verschlechtert Ernährungssituation

Anpassung an den Klimawandel

Anpassung an KlimawandelDer traditionelle Reisanbau wird aufgrund des Klimawandels immer schwieriger.Foto: Bente Stachowske/ Caritas international

Seit Jahrhunderten ist die Landwirtschaft in Kambodscha durch den Wechsel von Regen- und Trockenzeiten geprägt. Doch diese werden durch den Klimawandel immer unzuverlässiger, ihre Dauer schwer berechenbar. Immer länger andauernde Regenfälle während der Monsunzeit führen zu gravierenden Überschwemmungen, während der Trockenzeit dagegen mangelt es immer häufiger an Wasser. Von Generation zu Generation weitergegebene Anbaumethoden funktionieren durch die extremen Klimaveränderungen nicht mehr. Beispielsweise konnte Reis noch vor zwanzig Jahren auch während der Regenzeit angebaut werden. Wegen der regelmäßigen, großflächigen Überflutungen ist das heute nicht mehr möglich. Für die Bevölkerung Kambodschas eine prekäre Situation, denn etwa 70 Prozent der Menschen leben von der Agrarwirtschaft. Die Lage verschlimmert sich dadurch, dass vielen Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser fehlt, denn die Brunnen werden durch die Überschwemmungen verunreinigt.

Gemeinsam gegen die Folgen des Klimawandels

2013 begannen die Bewohner des Dorfes Barong und weiterer sechs Dörfer, sich gemeinsam mit der Caritas Gedanken darüber zu machen, wie sie den Folgen des Klimawandels begegnen können. Oberstes Ziel von Caritas international ist die Etablierung von Präventivmaßnahmen zur Verhinderung einer Hungerkrise. Die Caritas unterstützt 6.500 Familien in insgesamt 9 besonders vom Klimawandel betroffenen Provinzen. Durch Regenauffangbecken, der Erschließung neuer Wasserquellen und solarbetriebener Wasserpumpen haben die Betroffenen auch in Zeiten schwerer Überschwemmungen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um den Bewohnern bei akutem Hochwasser ein sicheres Zuhause bieten zu können, wurden zudem Häuser auf Stelzen errichtet.

Reichere Ernten durch neue Reissorte

Reisanbau Kambodscha Reisanbau trotz Klimawandel. Floating Reis ist eine Reispflanze, die dem Hochwasser trotzt.Foto: Bente Stachowske / Caritas international

Wie die meisten Landbewohner in Kambodscha, leben auch die Bauern in der Region um Barong vom Reisanbau. Durch die zunehmenden Klimaextreme fehlte den Menschen in den letzten Jahren jedoch immer mindestens eine von vier Ernten. Eine Lösung: Die Reisbauern sind auf eine neue Reispflanze umgestiegen, die Setzlinge erhielten sie von der Caritas. Im Gegensatz zu anderen Reispflanzen kommt die Reissorte „Floating Rice“ nämlich auch mit hohen Wasserständen zurecht. Wenn der Wasserspiegel im November dann zurückgeht, blüht die Pflanze und produziert Getreide, welches im Dezember geerntet werden kann. So konnten schon über die Hälfte der Dorfbewohner ihre Reiserträge durch die neue Reissorte steigern.

Intelligente Bewässerungssysteme während der Trockenzeit

Die Tendenz geht auch in Kambodscha in Richtung der Wetterextreme: Während der Monsunzeit kommen immer größere Wassermassen und überfluten die Landschaft, während der Trockenzeit verhindert dann die Dürre oftmals den Anbau von Nutzpflanzen. Zusammenmit dem lokalen Partner, der Caritas Kambodscha, hilft Caritas international den Menschen in Kambodscha beim Gemüseanbau während der Trockenzeit. Durch das System der Tröpfchenbewässerung können auch während der Trockenzeit wassersparend neue Gemüsesorten wie Gurken, Zucchini oder Wassermelonen angebaut werden.

Durch das Projekt zur Anpassung an den Klimawandel werden bislang 26.000 Menschen in ländlichen Gebieten erreicht. Es wird vom Bundesamt für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Februar 2018