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Asien

Katastrophenhilfe

Nepal: Hilfen nach dem Erdbeben

Hilfe nach dem Erdbeben

Menschen auf einem Bürgersteig unter Planen und DeckenNotunterkunft in Kathmandu: Wegen der Nachbeben verharren die Menschen im Freien.Stefan Teplan

Unmittelbar nach dem Erdbeben im April 2015 begannen die Helfer des Caritas-Netzwerkes mit der Nothilfe. Neben Zelten, Planen und Decken verteilten sie Lebensmittel sowie Wasseraufbereitungs- und Hygieneartikel. Weiter wurden zehn Gesundheits-Kits der Weltgesundheitsorganisation WHO durch Caritas international und Caritas Nepal in betroffene Bergregionen wie Sinduhulpachowk und Karve gebracht. Damit konnte eine medizinische Basisversorgung für 10.000 Menschen während drei Monaten gewährleistet werden.

Die Nothilfe war ein Wettlauf mit der Zeit, denn der Monsunregen stand bevor und Hunderttausende waren obdachlos geworden.

In der Not- und Übergangshilfe setzte Caritas international ihren Schwerpunkt auf die benachteiligsten Menschen. Darunter Armutsbetroffene, alleinerziehende Frauen, alte und kranke Menschen.

Einsatz von Großraumzelten

Ein Caritas-Mitarbeiter nimmt eingepackte Zelte auf dem Flugfeld in AugenscheinAm Ziel: Am Flughafen nimmt ein Caritas-Mitarbeiter die Zelte in Empfang.Thomas Hoerz / Caritas international

Wenige Wochen nach dem Beben verteilte Caritas international 1.140 Großraumzelte, die Einsatz in Schulen, Gesundheitsstationen und Verwaltungen fanden. So konnten die Einrichtungen weiterarbeiten. Wichtig war, den Kindern mit der raschen Aufnahme des Schulunterrichts zu einem Stück Normalität zu verhelfen. Ein Teil der Zelte wurde an Familien in den Hochlagen verteilt, wo der Monsunregen mit kaltem Wind einhergeht.

Beispiellos war der Einsatz der Betroffenen selbst: In Gemeinschaftsaktionen räumten sie Schutt und Abfall beiseite und bauten provisorische Unterkünfte. Die Solidarität untereinander war groß.

Medizinische Versorgung

Neben dem Einsatz der Gesundheits-Kits für 10.000 Menschen verteile Caritas international Zelte und Planen für den Aufbau von Gesundheitsstationen. Somit konnten eine medizinische Erstversorgung und eine psychosoziale Behandlung traumatisierter Menschen gewährleistet werden. Durch den Caritas-Partner CHAI, dem indischen Verband katholischer Krankenhäuser, wurden Medikamente geliefert, und medizinisches Personal unterstützte die Soforthilfen.

Schulen: Traumabewältigung und Wiederaufbau

Kinder auf der SchulbankUm den Kindern möglichst schnell Sicherheit zu vermitteln, ist der Schulalltag wichtig. Daher hat Caritas international provisorische Lernzentren eingerichtet, in Großzelten oder mit Wellblech. Isabel Corthier

An ausgewählten Schulen im Tal von Kathmandu und den umliegenden Distrikten Dhading, Nuwakot und Kavre besuchen Kinder und Jugendliche Workshops zur Traumaverarbeitung. Denn Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Nepal verursachen gerade auch bei Kindern und Jugendlichen traumatische Erfahrungen. Viele können nicht darüber sprechen und finden keinen Weg, um ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Auch Monate nach der Katastrophe haben noch immer viele Kinder seelische Not, was sich unter anderem im Schulalltag zeigt. Nicht alle Lehrkräfte können mit den Folgen der Traumatisierungen adäquat umgehen. Deshalb wurden die Lehrkräfte zum Thema sensibilisiert. Das Projekt wird mit der Caritas-Partnerin stART international e.V. umgesetzt.

Weiter unterstützt Caritas international den Wiederaufbau einer schwer beschädigten Schule in Bamti im Distrikt Solukhumbu, die vor Jahren die Kinderhilfe Nepal errichtete. Die Schule bietet Platz für 240 Kinder, angeschlossen ist ein Internat für 60 Kinder. Neben dem Wiederaufbau der Gebäude werden für Jugendliche Kurse im landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich angeboten. Damit stärken die Jugendlichen ihr Vertrauen in ihr eigenes Tun, und die Kenntnisse sind eine wichtige Hilfe in ihrem Alltag.

Bilanz

Die Partner von Caritas international, darunter an erster Stelle Caritas Nepal, sind in der Katastrophenhilfe ein wichtiges Bindeglied für einen reibungslosen Ablauf. Aus dem weltweiten Caritas-Netzwerk waren in den ersten Wochen nach dem Beben Katastrophenhelfer aus Deutschland, Australien, Österreich, Indien, den USA, und Polen im Einsatz. Caritas ist mit vielen sozialen Projekten seit vielen Jahren in Nepal fest verankert.

Caritas international stellte Caritas Nepal mehrere Expert/innen für Katastrophenhilfe und Koordination zur Seite. Sie übernahmen die Logistik für die eintreffenden Hilfsgüter und vertraten Caritas in den internationalen Koordinationstreffen der Hilfsorganisation.

Für die Erdbebenhilfe stehen Caritas international rund zehn Millionen Euro zur Verfügung. Rund ein Jahr nach dem Erdbeben waren davon 2,3 Millionen Euro investiert, weitere zwei Millionen Euro sind in laufenden Projekten fest verplant. Die Erdbebenhilfe von Caritas international ist auf fünf Jahre ausgelegt. Die noch nicht verausgabten Mittel werden in den kommenden Jahren für den Hausbau, die Katastrophenvorsorge, die Organisation gesellschaftlicher Selbsthilfe und für Bildungsprogramme benachteiligter Kinder eingesetzt.

August 2016