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Asien

Katastrophenhilfe

Nepal: Hilfen nach dem Erdbeben

Ein neues Zuhause

Ein neues Zuhause für Großmutter und Enkel

Eine alte Frau und ihr Enkel stehen vor einem neuen Haus.Der siebenjährige Purna und seine Großmutter Jamuna vor ihrem neuen Haus.Raju Pradhan

Der siebenjährige Purna ist eine Waise. Seine Mutter verließ die Familie, als er anderthalb Jahre alt war. Niemand weiß, wo sie sich heute aufhält. Der Vater verlor nach dem Erdbeben im April 2015 jeden Lebensmut und ging in den Freitod. Seither kümmert sich Großmutter Jamuna um den Jungen. Ihr Haus wurde beim Erbeben zerstört, und nur notdürftig von einem Wellblechdach geschützt, überstanden die beiden die vielen Nachbeben. Es fehlte an allem, die kleine Familie war völlig hilflos. Mit ihren 64 Jahren ist Jamuna nicht mehr in der Lage, schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Das kleine Stück Land, das sie besitzt, nutzt im Moment nicht viel.

„Caritas hat mich gerettet. Es gibt niemanden, der mir seit dem Erdbeben mehr geholfen hätte“, sagt sie. Jamuna und Purna wurden als Besitzer eines Hauses ausgewählt, das Caritas zu Demonstrationszwecken baute. Die Dorfbevölkerung selbst steht hinter dieser Entscheidung, und da die beiden nicht in der Lage waren, selbst mit Hand anzulegen, übernahm Caritas komplett den Bau.

Purna wurde mittlerweile auf der öffentlichen Schule in der Nähe eingeschrieben. Die Großmutter bekommt zwar etwas Unterstützung vom Staat, und trotzdem muss sie um das tägliche Brot kämpfen. „Mein Leben ist nun wie die Sonne, die am Abend hinter den Hügeln untergeht. Aber mein Kleiner hat jetzt eine Zukunft“, sagt sie und lächelt dabei ihren Enkel liebevoll an. „Wenn er groß ist, kann er in die Welt ziehen und seinen eigenen Weg gehen. Mit dem neuen Haus findet er hier aber immer wieder sein Zuhause“.

Mit 83 Jahren zum Maurer ausgebildet

In der Stadt Thokarpa im Distrikt Sindhupalchowk fehlen qualifizierte Arbeitskräfte für den Wiederaufbau. „Nur wenige von uns sind ausgebildet im Hausbau“, erzählt Chandra Bahadur Karki. Früher habe er selbst auf dem Bau gearbeitet, ungelernt, als junger Mann. Heute, mit 83 Jahren, hat er angefangen, erdbebensichere Häuser für die Bewohner zu bauen.

Chandra Bahadur Karki ist einer der Auszubildenden, die von Caritas in erbebensicherer Bauweise unterrichtet werden. „Es gibt einen Mangel an ausgebildeten Leuten“, sagt er. „Aber es fehlen auch ungelernte Kräfte“. Und so sind es nur eine Handvoll Männer in der Region, die den Wiederaufbau vorantreiben können. Bereits drei Häuser hat Karki gebaut, das vierte wird bald fertig sein. Sein Team arbeitet 25 Tage im Monat, und die Leute stehen bei ihm „Schlange“. Karkis Kalender ist voll für die nächsten Monate und Jahre.

Prakash Khadka, Caritas Nepal, März 2017