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Asien

Rechte für Kinder

Pakistan: Mit Bildung gegen Kinderarbeit

Mädchen schreibt in ein HeftBildung hilft im Kampf gegen Armut und Kinderarbeit.Caritas Pakistan Multan

Pakistan, das Land, das an Afghanistan, Indien, Iran und China grenzt, ist ein Entwicklungsland mit dessen typischen sozialen Problemen. Auffallend groß ist die Landflucht, die die Menschen auf der Suche nach einem Auskommen aus den Dörfern in die Städte treibt. Die wiederum können den Zustrom nicht bewältigen, und ganze Elendsviertel sind in den städtischen Randgebieten entstanden. Rund 23 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Die Armut der Eltern bedingt, dass die Kinder zum Familienkommen beitragen müssen. Trotzdem Kinderarbeit in Pakistan offiziell verboten ist, leisten Millionen Kinder schwere körperliche Arbeit in der Industrie, im Handwerk oder in der Landwirtschaft. Zeit für Schulbesuche bleibt dann nicht, und so liegt die landesweite Alphabetisierungsrate bei nur 58 Prozent, wobei im Gegensatz zu den Männern mit rund 70 Prozent nur 45 Prozent der Frauen ab 15 Jahren lesen und schreiben können. Hier wird die Benachteiligung der Frauen deutlich, die in Pakistan gravierend ist und bei Zwangsehen und Gewalt an Mädchen und Frauen ihre Fortsetzung findet.

Stadt-Land-Gefälle

Die Problematik der Kinderarbeit, der geringen Bildung und der Ungleichbehandlung von Mann und Frau ist verstärkt auf dem Land sichtbar. Die staatlichen formalen Bildungseinrichtungen genügen nicht, weshalb die Regierung die Entwicklung non-formaler Bildungsstätten unterstützt. So in der Provinz Punjab, in der aktuell von rund 38 Millionen Analphabeten ausgegangen wird.

Leibeigenschaften

Viele Familien in dieser Provinz arbeiten in der Ziegelsteinherstellung. Weil der Lohn oft zum Überleben nicht reicht, nehmen sie überteuerte Kredite der Ziegeleibesitzer in Anspruch. Das wiederum führt zu einer Abhängigkeit in Form einer Leibeigenschaft, aus der sie nicht mehr herauskommen und die zumeist noch an die Kinder übertragen wird.

Juli 2016