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Asien

Katastrophenhilfe

Südostasien: Tsunami 2004

Zerstörung nach dem TsunamiZerstörung nach dem TsunamiCaritas international

Der Tsunami, der an Weihnachten 2004 Südostasien verwüstete, hat das Schicksal vieler Menschen in so vielen Ländern verändert, wie keine andere Naturkatastrophe zuvor. 230.000 Menschen in 14 Ländern verloren ihr Leben, 1,7 Millionen wurden obdachlos. Indien wurde neben Sri Lanka, Indonesien und Thailand am schwersten getroffen. Auslöser der meterhohen Tsunamiwellen war ein Seebeben der Stärke 9,1 auf der Richterskala vor Sumatra. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Stundenkilometern schoben sich die Wassermassen gegen Küsten und weit in das Landesinnere hinein und vernichteten dabei ganze Landstriche.

Die Nothilfe

Die Mitarbeitenden der lokalen Caritas-Organisationen konnten bereits wenige Stunden nach der Katastrophe die ersten Opfer versorgen. In den ersten drei Monaten ging es dann vor allem darum, das Überleben der Betroffenen mit Trinkwasser, Nahrung, Notunterkünften und medizinischer Hilfe zu sichern. Mit der Hilfe erreichte das weltweite Caritas-Netzwerk 500.000 Menschen. Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, beteiligte sich daran mit 7,5 Millionen Euro.

Der Wiederaufbau

fertige Häuser werden mit bunten Fähnchen eigeweihtEinweihung der neuen HäuserCaritas international

Der Wiederaufbau von Häusern, Schulen, Kindergärten, Gesundheitszentren und Sozialeinrichtungen wurde bis Anfang 2007 abgeschlossen. Allein in Indien, Indonesien und Sri Lanka errichtete Caritas 20.000 Wohnhäuser. Für diese Maßnahmen wurden insgesamt 24,8 Millionen Euro eingesetzt. Langfristig engagierte sich Caritas in den Tsunamigebieten mit sozialen Projekten für Kinder sowie alte, kranke und behinderte Menschen. Weiter wurden Projekte zur Katastrophenvorsorge auf lokaler Ebene (Flutschutz durch Mangrovenwälder und kommunale Frühwarnsysteme) umgesetzt, Frauengruppen unterstützt, Maßnahmen gegen Kinderprostitution ergriffen und Friedens- und Versöhnungsarbeit in den Bürgerkriegsländern Indonesien und Sri Lanka geleistet. Dafür setzte Caritas bisher 23,4 Millionen Euro ein.

Solidarität in Deutschland

In Deutschland wurden gesamt 670 Millionen Euro für die Tsunamihilfe gespendet. Davon erhielt Caritas international 62,5 Millionen Euro. Dank dieser beispiellosen Hilfsbereitschaft konnte die deutsche Caritas in Indien, Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Somalia die größte Auslandshilfsaktion in ihrer Geschichte umsetzen. 15.600 Tsunamispenderinnen und -spender machten es zudem möglich, dass rund 6,8 Millionen Euro für "vergessene Katastrophen", unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo und im Sudan eingesetzt werden konnten.

August 2016