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Europa

Chancen für Chancenlose

Albanien: Armutsbekämpfung

Unterstützung für Kinder und ihre Eltern

Kind auf SpielplatzEinfach mal Kind sein dürfen - ein wichtiges Ziel der Familienzentren der Caritas in Albanien.Foto: Ralph Weihermann / Caritas international

Albanien ist ein Vielvölkerstaat, besonders die Minderheiten der Roma und der sogenannten Balkan-Ägypter haben es in der Gesellschaft schwer- Armut und soziale Probleme finden sich überwiegend in diesen beiden Volksgruppen. Die Caritas achtet darauf, in ihren Projekten keine ethnischen Grenzen zu ziehen, die soziale Arbeit soll alle Bevölkerungsgruppen einbeziehen, die darauf angewiesen sind. Die zwei Caritas Projekte am Stadtrand von Tirana und in der Stadt Cerrik in Zentralalbanien erreichen knapp 600 Kinder und Jugendliche.
In den Familienzentren gibt es jeden Tag eine warme Mahlzeit, Hausaufgabenbetreuung und Beratungsmöglichkeiten. Beide Einrichtungen liegen in so genannten ‚informellen‘ Stadtteilen, Häuser werden oft ohne Genehmigung errichtet, es gibt keinen Strom und oft kein fließendes Wasser.

Projekte richten sich an die Kinder und auch an ihre Eltern

Familienvater mit seinen KindernManchmal kommen jetzt sogar schon die Väter mit ins Familienzentrum Foto: Ralph Weihermann / Caritas international

Die Caritas Projekte wollen nicht nur die Kinder und Jugendlichen ansprechen, sondern auch die Eltern mit einbeziehen. Schwerpunktthemen sind häusliche Gewalt und die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen. Immer noch werden in Albanien Mädchen sehr früh verheiratet, manchmal mit 12 oder 13 Jahren. Obwohl diese Praxis gegen das Gesetz verstößt, ist sie auf dem Land durchaus noch üblich. Die Caritas versucht speziell den Mädchen den Wert der eigenen Schulbildung zu vermitteln. Mit Erfolg- viele der ehemaligen Projektteilnehmerinnen, die in der Stadt Elbasan eine von der Caritas vermittelte Ausbildung machen, bekommen hinterher einen Job. Ein eigener Verdienst stärkt die Rolle in der Gesellschaft und in der Familie.
Die Mütter sind nach Aussagen der Caritas Sozialarbeiterinnen leicht zu erreichen, die Männer tun sich oft schwer, traditionelle Rollenbilder aufzugeben.

Neuer sozialer Sprengstoff

Viele Albaner sind in den letzten Jahren aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland geflohen, aktuell kommen viele wieder zurück ins Land, weil sie in Deutschland oder anderen EU- Ländern kein Asyl erhalten. Neuer sozialer Sprengstoff, den die Caritas im Blick behalten will - denn auch diese Rückkehrer suchen Wohnungen und Arbeit.

Die Caritas Projekte in Albanien werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Die nächste Projektphase wurde gerade bewilligt und startet im März 2018.

Januar 2018