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Europa

Flucht und Migration

Russland: Flüchtlinge aus der Ukraine

Zwei Frauen und ein Mädchen schauen in die KameraVorallem ältere und behinderte Menschen und Familien aus der Ukraine leben in Russland in prekären Verhältnissen.Volodymyr Nechaiev/CRS

Seit Ausbruch des Konflikts in der Ukraine im März 2014 sind mehr als eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer in die Nachbarländer geflohen. Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR sollen bis Juni 2015 rund 746.500 Menschen nach Russland geflohen sein. Der russische Föderale Migrationsdienst FMS spricht dagegen von 1,3 Millionen Menschen, die bis Januar 2016 in Russland einen Antrag auf Aufenthalt gestellt haben. Rund 400.000 Ukrainerinnen und Ukrainer haben dort ein einjähriges Asyl erhalten, das eine Arbeitserlaubnis, den Zugang zu medizinischer Versorgung und andere Vergünstigungen enthielt. Die Erlaubnis konnte im Anschluss verlängert werden, doch wurde das Verfahren vonseiten Russlands im November 2015 eingestellt.

Viele Flüchtlinge leben derzeit ohne jeden Status in Russland und haben somit keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Aktuell gibt es verschiedene behördliche Verfahren für einen legalen Aufenthaltsstatus, allerdings sind die mit Kosten verbunden.

Private Unterkünfte

Die meisten der Flüchtlinge halten sich bei Verwandten und Bekannten auf, die selbst kaum Einkünfte haben und die Gastfamilien über einen längeren Zeitraum nicht versorgen können. Allein im Gebiet Rostow, das etwa zehn Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt liegt, sind nach Angaben der Behörden rund 27.800 Flüchtlinge auf diese Weise untergekommen.

Besonders verheerend ist die Situation für Familien mit Kindern, Alleinerziehende, alte und behinderte Menschen. Diese haben oft schon in der Ukraine in prekären Verhältnissen gelebt, konnten weder Lohn- noch Rentenzahlungen empfangen. Dementsprechend haben die Menschen auch keinerlei Ersparnisse, auf die sie jetzt in Russland zurückgreifen könnten. Die Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus ist mit hohen Kosten verbunden, die sie nicht leisten können. In der Regel halten sie sich mit Aushilfsjobs über Wasser, wenn sie denn überhaupt eine Arbeitserlaubnis haben.

September 2016