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Europa

Flucht & Migration

Flüchtlingshilfe in der Balkanregion

Serbien: Hilfe mit dem Notwendigsten

Eine Gruppe von Flüchtlingen wartet hinter der serbischen Grenze auf ihre RegistrierungAuch wenn die Balkanroute als „dicht“ gilt, kommen noch immer Flüchtlinge an. Diese hier warten kurz hinter der serbischen Grenze auf ihre Registrierung.Caritas international

Die Situation war lange Zeit kaum überschaubar: Dicht gedrängt schliefen unzählige Flüchtlinge im Herbst 2015 auf Pappkartons unter freiem Himmel - während die Temperaturen von Tag zu Tag sanken. Einige der Flüchtlinge auf dem Balkan hatten nicht einmal genug Geld, um sich ein Stück Seife zu leisten. Gerade Alten, Kranken und Kindern, die sich aus Krisen- und Konfliktländern in ein neues Leben aufgemacht hatten, setzte die strapaziöse Flucht zu. Um diesen Menschen zu helfen, hatte Caritas international in Kooperation mit der Caritas Serbien ein umfangreiches Hilfsprogramm gestartet. An die Flüchtlinge wurden Wasser und Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Decken und Schlafsäcke verteilt. Über 200.000 Flüchtlingen in Serbien konnte so geholfen werden.

Neue Situation erfordert neue Form der Hilfe

Im Frühjahr 2016 hat sich die Situation auf einen Schlag verändert. Das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei sowie die Schließung der sogenannten Balkanroute ließen den Zustrom der Flüchtlinge beinahe versiegen, wohlgemerkt ohne dass sich etwas an den Fluchtursachen geändert hätte. Flüchtlinge, die sich während der Schließung der Balkanroute bereits auf dieser befanden, konnten ihre Reise nicht mehr fortsetzen und sind in verschiedenen Ländern gestrandet. In Serbien befinden sich aktuell noch rund 2.000 Flüchtlinge, deren Zahl jedoch täglich schwankt. Vor der Grenzschließung stellte Serbien lediglich ein Durchreiseland dar, beinahe alle Flüchtlinge verließen das Land innerhalb kürzester Zeit wieder. Seitdem hat sich Einiges geändert. Die aktuell noch in Serbien verbleibenden Flüchtlinge müssen durch die veränderte Situation oft längerfristig untergebracht werden. Ein weiteres Problem ist, dass die Flüchtlinge offizielle Lager aus Furcht vor Abschiebung oft meiden. Auch die Versorgung nach humanitären Standards ist hier oft nicht gewährleistet.

Flüchtlingen und aufnehmender Bevölkerung helfen

Caritas Mitarbeiterin betreut Kinder bei MalaktivitätenDank einer psychosozialen Betreuung fällt es Kindern leichter das Erlebte zu verarbeiten.Caritas international

Das Ziel der Caritas-Arbeit in Serbien bleibt jedoch das gleiche: Einen Beitrag zur Deckung der Grundbedürfnisse zu leisten und den Flüchtlingen in dieser schwierigen Situation beizustehen. Auch die lokale Bevölkerung wird in die Projekte der Caritas integriert. Da viele Menschen in Serbien ebenfalls am Existenzminimum leben, erleichtert es sowohl die Akzeptanz der Caritas-Mitarbeiter vor Ort als auch das gegenseitige Miteinander zwischen aufnehmender Bevölkerung und Flüchtlingen. Sowohl Flüchtlinge als auch die besonders bedürftige serbische Bevölkerung werden von Caritas international und der Caritas Serbien mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung unterstützt. Das Projekt beinhaltet auch eine psychosoziale Betreuung für die teilweise schwer traumatisierten Flüchtlinge.

Juli 2016