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Europa

Flucht & Migration

Flüchtlingshilfe in der Balkanregion

Serbien: Hilfe mit dem Notwendigsten

Ein Flüchtlingskind erhält warmen Tee von einer HelferinWärmender Tee gegen die Kälte. Selbst die Flucht im Winter ist besser, als die Lebensgefahren in SyrienStefan Teplan

Dicht gedrängt schlafen sie auf Pappkartons unter freiem Himmel – während die Temperaturen von Tag zu Tag sinken. Einige der Flüchtlinge auf dem Balkan haben nicht einmal genug Geld in den Taschen, um sich ein Stück Seife zu leisten. Gerade Alten, Kranken und Kindern, die sich aus Krisen- und Konfliktländern in ein neues Leben aufgemacht haben, setzt die strapaziöse Flucht zu.

Um diesen Menschen zu helfen, hat Caritas international in Kooperation mit der Caritas Serbien ein Hilfsprogramm im Umfang von 200.000 Euro aufgelegt. Unterstützt wird das Projekt vom Auswärtigen Amt. Gebraucht werden jetzt vor allem einfache Hygieneartikel, also Dinge wie Zahnbürsten, Zahnpasta oder Duschgel, Müllsäcke, aber auch Decken oder Schlafsäcke, damit die Menschen die immer kühler werdenden Nächte gut überstehen.

Winterhilfe

In den kalten Wintermonaten hilft die Caritas zudem mit warmen Mahlzeiten, Heißgetränken, Winterbekleidung für Erwachsene und Kinder, Heizmaterialien sowie der Verteilung von Schlafsäcken und Iso-Matten. Großen Bedarf gibt es auch an Medikamenten, an Ärzten und Pflegern. Die Caritas Serbien hofft so wenigstens einige Grundbedürfnisse der Flüchtlinge zu decken, die sich oft nur wenige Tage in Serbien aufhalten und sich anschließend weiter auf den Weg nach Westeuropa machen. 

Die ohnehin oft strukturschwachen Gemeinden und Städte auf dem Balkan haben Schwierigkeiten, mit den zahlreichen Flüchtlingen auf Durchreise fertig zu werden. In ersten Gesprächen mit Caritas-Mitarbeitern wurde auch darüber gesprochen, wie sie unterstützt werden können – etwa bei der Verteilung von Lebensmitteln.

Die Situation auf dem Balkan ist mitunter paradox. Einerseits versuchen derzeit verhältnismäßig viele Einheimische, von dort aus nach Westeuropa zu gelangen. Mit tendenziell geringen Chancen auf einen bewilligten Asylantrag. Andererseits kommen dort Flüchtlinge an, die aus verheerenden Krisen und Konflikten geflohen sind – und den gleichen Weg vor sich haben. Menschen aus dem Irak, aus Syrien, aus Eritrea, aus Somalia oder aus dem Südsudan, die in ihrer Heimat jeden Tag um ihr Leben oder das ihrer Angehörigen fürchten mussten.

Viele Flüchtlinge übernachten in Parks auf PappkartonsViele Flüchtlinge übernachten in Parks auf PappkartonsFoto: Caritas Serbia

Einem Teil dieser Menschen auf ihrer Durchreise dabei zu helfen, nicht hungern, dürsten oder frieren zu müssen, sie - wenn nötig - mit überlebenswichtigen Medikamenten zu versorgen, ist das Ziel des in 2015  neu geschaffenen Projektes. Durch die Ausweitung der Hilfe auf den Balkan ist Caritas international in Kooperation mit seinen lokalen Partnern inzwischen auf fast allen Wegmarken der Flüchtlingsrouten nach Westeuropa mit Hilfsprojekten aktiv. Neben Serbien engagiert sich die Caritas etwa in Griechenland und Italien, in Nordafrika, aber auch in Konfliktländern wie Syrien und Irak samt der westlich angrenzenden Länder Libanon und Jordanien, sowie in Mali und im Kongo. In Deutschland unterstützt die Caritas ebenfalls unzählige Projekte und Initiativen.

Januar 2016