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Lateinamerika

Teilhabe bei Behinderung

Bolivien: Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung

Eine Frau mit Krückstöcken steht mit Kind auf einer WeideGemeinwesenorientierte Behindertenhilfe wird in mehreren Diözesen Boliviens unterstütztDaniel Espejo / Caritas international

Obwohl Bolivien, wie alle anderen Staaten Lateinamerikas auch, die UN-Rahmenrichtlinien für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung unterschrieben haben, gibt es erhebliche Defizite in der Umsetzung dieser Gesetze.

Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung zeigt sich als soziale Isolation, als fehlender Zugang zu Gesundheitsdiensten, Bildung, Arbeit und Einkommen sowie durch Armut. Viele Menschen mit Behinderung sind aufgrund ihres Geschlechts, ihres Alters oder ihrer sozialen Herkunft zusätzlich benachteiligt. Dazu gehören neben Frauen, Kindern und alten Menschen auch jene, die auf dem Land lebend und eine Behinderung haben. Denn aufgrund der dort herrschenden Armut und den weiten Strecken ist ihre Versorgung nicht gesichert. Oft sind medizinische und soziale Dienste unzureichend - oder schlicht nicht vorhanden.

Die Abwanderung der arbeitsfähigen Bevölkerungsgruppen in die Städte führt dazu, dass Familien zerbrechen und sich traditionelle Formen des sozialen Zusammenlebens auflösen. Menschen mit Behinderung bleiben allein und unversorgt zurück.

Noch immer haben Behinderte kaum Zugang zu den staatlichen Leistungen des Gesundheits- und Bildungswesens. Es gibt kaum Programme für die Prävention, Früherkennung und Behandlung von Behinderungen. Auch sind Programme zur physischen und pädagogischen Rehabilitation oder zur schulischen, ökonomischen und sozialen Integration in aller Regel nicht vorhanden. Die existierenden - mehrheitlich privaten - Einrichtungen, die diese Leistungen anbieten, sind kostenintensiv.  Somit sind sie oft nur für Minderheiten zugänglich sozialpolitisch irrelevant.

Damit sich die Lage der Menschen mit Behinderung nachhaltig verbessern kann, ist eine starke Interessensvertretung gegenüber staatlichen Stellen notwendig.

August 2015

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Caritas Bolivien

Magdalena Cuevas