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Lateinamerika

Katastrophenvorsorge

Bolivien: Vorsorge in Zeiten des Klimawandels

Die Existenz von Kleinbauern und Indigenen sichern

Ein Kleinbauer im Gespräch mit einem Caritas-Mitarbeitenden.Ein Kleinbauer im Gespräch mit einem Caritas-Mitarbeitenden.Caritas international

Interessenkonflikte um die Bodennutzung, eine zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, großflächige Entwaldungen und verstärkte Auswirkungen des Klimawandels erschweren den Alltag der Bevölkerung im bolivianischen Amazonastiefland. Zwar ist die Region reich an natürlichen Rohstoffen, doch profitieren davon nur einige wenige, zumeist multinationale Unternehmen. Um den natürlichen Lebensraum ist ein Kampf entstanden, durch den die Existenzgrundlage der Kleinbauern und indigenen Völker in Gefahr ist.

So auch in den beiden Regionen „Bolivianische Yungas“ und „Südwestlicher immerfeuchter Amazonastropenwald“. Die unklare Rechtslage sorgt dort für Umweltzerstörung, Landraub, unkontrollierte Entwaldung, fehlende Ernährungssicherheit und eine zunehmende Verdrängung der ansässigen Bevölkerung.

Selbstversorgung sichern

Mann hält eine große Zucchini in die Kamera.Dieser Kleinbauer ist sichtlich stolz auf seinen Ernteerfolg.Caritas international

Gemeinsam mit Caritas Bolivien und den lokalen Caritas-Organisationen der beiden gefährdeten Regionen arbeitet Caritas international an einer Stärkung der betroffenen Gemeinden. Sie sollen langfristig befähigt werden, sich selbst zu versorgen und sich den klimatischen Veränderungen anzupassen.

Dazu wird hochwertiges, lokales Saatgut und entsprechendes Werkzeug angeschafft für die Anlage von Agroforstsystemen, Haus- und Schulgärten, die die zukünftige Selbstversorgung sichern. Vorgesehen sind Katastrophenfrühwarnsysteme, Gewächshäuser und Zentren zur Lagerung, Weiterverarbeitung und zum Verkauf von Erzeugnissen aus ökologischer Landwirtschaft. Die enge Begleitung der Gemeinden und der gegenseitige Austausch sind entscheidende Erfolgsfaktoren für das Projekt, und so werden in beiden Gebieten Experten-Teams eingesetzt. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Behörden betreuen die Maßnahmen wissenschaftlich fundiert. Die Gemeinden selbst erhalten Weiterbildungen und Praxisworkshops, unter anderem in Agroforstwirtschaft, Klimawandel und Nutzung von Nichtholzwaldprodukten.

Mit Bürgerbeteiligung wird außerdem die Raumordnung unter Berücksichtigung natürlicher, sozialer und kultureller Ressourcen für die Gemeinden verwaltungsrechtlich festgelegt.

Februar 2017