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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Chile: Hilfe für Opfer von Waldbränden

Mitarbeiter der Caritas laufen durch einen zerstörten OrtDüstere Szenerie: Caritas-Mitarbeiter laufen durch einen zerstörten Ort. Caritas Chile

Im Januar und Februar 2017 entzündeten sich an mehreren Orten in der Zentralregion Chiles Wald- und Buschfeuer, die mittlerweile als schwerste Feuerbrünste in die Geschichte des Landes eingegangen sind. Rund 3.700 Quadratkilometer Wald und Agrarfläche wurden vernichtet. Das entspricht mehr als einer Größe vom Saarland und Berlin zusammen.

Buchstäblich befeuert durch eine sechsjährige Trockenzeit, extrem heiße Sommer und großflächige, leicht entzündbare Monokulturen konnten sich die Flammen rasch ausbreiten und trafen auch auf bewohnte Gebiete: 1.650 Häuser wurde komplett zerstört und mehr als 1.000 Familien verloren ihre Lebensgrundlage. Viele der Familien sind Sammler und existieren von dem, was Wald und Flur ihnen bieten, andere bewirtschaften kleine Ackerflächen oder halten Vieh. Durch das Feuer wurde ihnen alles genommen: Vieh, Futter, Werkzeuge, Land. Auch die Wasserversorgung ist vielerorts zerstört, denn Pumpen und Schläuche verbrannten.

Die chilenische Regierung erklärte für die Regionen Valparaiso, O`Higgins, Maule und BioBio den Ausnahmezustand.

Hilfe von Caritas und Freiwilligen

Ein Mann steht zwischen einem Jeep und einem Feuerwehrwagen, im Hintergrund Rauchschwaden.Die Caritas Chile ist kontinuierlich im Gespräch mit den Einsatzkräften.Caritas Chile

Damit die betroffene Bevölkerung schnell mit dem Nötigsten versorgt werden konnte, griffen die lokale Caritas und die Diözesen auf ihr großes Netzwerk an Freiwilligen zurück. Die halfen bei der Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Wasser und beim Löschen.

Die Partner von Caritas international waren im stetigen Austausch mit anderen Organisationen und lokalen Einsatzkräften, damit die Hilfe koordiniert abläuft und die Helfer nicht unnötig gefährdet wurden.

Chile anfällig für Naturkatastrophen

Die Zentralregion Chiles ist besonders anfällig für die Enstehung und Ausbreitung von Bränden, denn die Landschaft wird beherrscht durch riesige Anbauflächen für Exportprodukte wie Wein, Obst und Nüsse oder Hölzer zur Papiergewinnung. Es fehlen natürlicher Bewuchs und Artenvielfalt.

Jedoch wird ganz Chile immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Nach den verheerenden Bränden kam es Ende Februar 2017 nach starken Niederschlägen zu Überschwemmungen und Erdrutschen, 1,4 Millionen Einwohner waren zeitweise von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Im Dezember 2016 hatte ein Erdbeben mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala große Zerstörungen verursacht, und 2015 setzten anhaltende Regenfälle den Norden des Landes - darunter Teile der Atacama-Wüste - unter Wasser.

Soforthilfefonds von Caritas international

Um die Opfer der Waldbrände zu unterstützen, hat Caritas international einen Soforthilfefonds in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Es wurde darüber hinaus bereits mit den lokalen Partnern vereinbart, dass das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes auch bei Wiederaufbauprojekten Unterstützung leistet.

April 2017