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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Chile: Hilfe für Opfer von Waldbränden

Neue Lebensgrundlagen schaffen

Caritasmitarbeitende stehen in Rauchschwaden und besprechen die Lage.Die Caritas im Einsatz.Caritas Chile

Tausende Menschen verloren ihre Häuser, ihr Land, ihr Vieh, ihr ganzes Hab und Gut. Das ist es, was im Februar und März 2017 in vielen Gemeinden in der Zentralregion Chiles Flammen zum Opfer fiel. Mehrere Wald- und Buschbrände entfachten eine Feuerbrunst, auf die das Land nicht vorbereitet war. „Es ist nichts mehr da", beschrieb Lorenzo Figueroa, Caritas-Direktor Chile, die Situation im Ort Santa Olga, der durch das Feuer zerstört wurde.

Die Waldbrände kamen nicht gänzlich unerwartet. Eine seit sechs Jahren andauernde Trockenperiode hat die Böden vielerorts ausgelaugt und die natürlichen Wasserreserven geschröpft. Auch die vorherrschenden, teils leicht entzündbaren Monokulturen in der Landwirtschaft haben einen Teil dazu beigetragen.

Erstversorgung

Ein Caritasmitarbeiter trägt Wasserflaschen.Verteilung von Trinkwasser in der Nothilfe.Caritas Chile

Während sich der Staat auf die Bekämpfung der Flammen konzentrierte, widmeten sich Organisationen aus den Reihen der Zivilgesellschaft der Hilfe für die Opfer der Katastrophe. So verteilten die lokale Caritas und die Diözesen mit Unterstützung unzähliger Freiwilliger Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Wasser.

Ernährung sichern und Perspektiven schaffen

Caritas international leistet gemeinsam mit Caritas Chile Nothilfe und weitergehende Unterstützung für Gemeinden und ausgewählte Familien in den Regionen Valparaiso, O`Higgins, Maule und BioBio.

Da durch das Feuer vielerorts die Trinkwasserversorgung zerstört wurde, stellt Caritas Schläuche, Filter und Pumpen für die Instandsetzung des Trink- und Abwassersystems zur Verfügung. Auch die Ernährung muss gesichert werden: Familien, die ihre Ernten und ihr Vieh verloren haben, erhalten Lebensmittelpakete für die nächsten sechs Monate. Weiter werden Hygiene-Kits verteilt und Schulungen zu Hygienestandards durchgeführt.

Langfristig brauchen die Betroffenen eine neue Existenzgrundlage, die eigenen Mittel und Möglichkeiten reichen dazu oft nicht aus. Caritas leistet deshalb „Starthilfe“ und ersetzt das verlorene Vieh, die landwirtschaftlichen Geräte, das Saatgut und unterstützt zudem Handwerker beim Wiederaufbau ihres kleinen Unternehmens. In Workshops wird dazu das theoretische Wissen vermittelt.

Um sich in Zukunft besser vor derartigen Katastrophen zu schützen, werden Gemeinden wie auch Familien bei der Umsetzung präventiver Maßnahmen begleitet und entsprechend in Katastrophenmanagement geschult.

April 2017