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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Ecuador: Schweres Erdbeben

Erdbeben in Ecuador, 17. April 2016Ecuador nach dem Erdbeben am 16. April 2016Foto: Caritas Ecuador

Das Beben der Stärke von 7,8 auf der Richterskala, das den Andenstaat am Abend des 16. April erschütterte, war auch noch in der 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito zu spüren. Bis Ende April kam es zu mehreren Hundert Nachbeben. Es sei das schwerste Erdbeben seit 1979, ließ Ecuadors Präsident Rafael Correa gegenüber Medien verlauten.

Mehr als 600 Tote sind zu beklagen, 12.500 Menschen wurden verletzt und noch immer werden Personen vermisst. Der Schaden an den Infrastrukturen ist immens: Fast zehntausend Gebäude wurden komplett zerstört oder sind stark beschädigt worden. Knapp 30.000 Menschen harren deshalb in Notunterkünften aus, etwa eine dreiviertel Million Menschen benötigen humanitäre Hilfe.

Die westlichen Provinzen Esmeraldas und Manabi mit den Gemeinden Pedernales und Portoviejo sind am stärksten getroffen. In der Nähe lag auch das Epizentrum. Während vielerorts die Strom- und Wasserversorgung wieder in Gang gesetzt werden konnte, haben die am schwersten getroffenen Gemeinden noch immer keinen Zugang.

Zugang in einigen Regionen erschwert

Für Walter Heras, Präsident von Caritas Ecuador, gilt den entlegenen Gebieten die größte Sorge. Durch massive Regenfälle in den Tagen vor der Katastrophe ist der Zugang zu einigen Regionen durch Erdrutsche und Schlamm teilweise unterbrochen. Gabriela Andrade, Kommunikationsleiterin von Caritas Ecuador, schildert, dass viele Betroffene im Freien schlafen würden: “Die Menschen brauchen Zelte und auch Schlauchboote, weil vielerorts die Straßen zerstört sind.“

Ecuador gehört zu den Ländern in Lateinamerika, die am anfälligsten für Naturkatastrophen sind. Die Anfälligkeit resultiert insbesondere aus geologischen Risiken wie Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche sowie klimatischen Risiken. Zu letzteren zählen Überschwemmungen, Erdrutsche und Dürreperioden. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung Ecuadors lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze, elf Prozent gelten als unterernährt.

April 2016