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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Ecuador: Schweres Erdbeben

Nothilfe nach Erdbeben in Ecuador

Caritas-Nothilfe nach dem Erdbeben angelaufen

„Das Erdbeben der Stärke 7,8 traf die Menschen in Ecuador völlig unvorbereitet. Die meisten waren zu dieser Zeit zu Hause“, sagte Walter Heras, Präsident von Caritas Ecuador, unmittelbar nach der Katastrophe. 659 Menschen verloren bei dem Erdbeben ihr Leben und 4.600 wurden verletzt. Die Schäden an den Infrastrukturen sind enorm, am schwersten getroffen wurden die beiden Provinzen Esmeraldas und Manabi.

Nothilfe der Caritas

Caritas Ecuador wurde bereits kurz nach dem Beben aktiv und bat das internationale Caritas-Netzwerk um Hilfe. Die Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser sowie die Bereitstellung von Notunterkünften waren die wichtigsten Maßnahmen in den ersten Stunden und Tagen. Die Diözese Guayaquil entsandte 40 Tonnen Lebensmittel ins Erdbebengebiet. Verschiedene Pfarreien initiierten Sammlungen für Sachspenden und Geldspenden, so in Quito, Riobamba, Azogues und Mendez.

Planung für 12 Monate

Zwei Wochen nach dem Beben steht die Planung für die kommenden 12 Monate fest. „Wir haben die wichtigsten Bedürfnisse ermittelt“, sagte Mauricio López, Generalsekretär von Caritas Ecuador Anfang Mai. Demnach wird sich Caritas auf Maßnahmen zur Ernährungssicherung, auf psychosoziale Unterstützung, den Wiederaufbau von Wohnhäusern und die Schaffung von Existenzgrundlagen konzentrieren. Dabei stehen Familien mit Kleinkindern, Schwangere und Stillende sowie ältere und behinderte Menschen bei den Hilfsaktivitäten im Vordergrund. Gesamt 3.500 Menschen in acht ländlichen Gemeinden profitieren davon.

Verteilt werden Lebensmittel und Hygiene-Kits. Weiter ist die Schaffung von dauerhaften Unterkünften für vertriebene Familien ein Hauptanliegen. Mit lokalen Baumaterialien sollen die Familien ihre Häuser wieder erdbebensicher aufbauen können. An den Baumaßnahmen sind sie dann aktiv beteiligt. Mit der Bereitstellung von kleinen Gartenparzellen können sich die Menschen zukünftig selbst versorgen und ein kleines Einkommen erwirtschaften. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellt in einem ersten Schritt 100.000 Euro für die Soforthilfe bereit.

Katastrophenprävention

Die Provinz Esmeraldas sowie das andine Hochland der angrenzenden Provinz Imbambura zählten schon in der Vergangenheit zu den am stärksten von Erdbeben gefährdeten Regionen Ecuadors. Um die Anfälligkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen zu verringern, hatte Caritas international dort in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Caritas Ecuador mehrere Katastrophenvorsorge-Projekte gestartet. Unter anderem waren an Schulen Notfall- und Evakuierungspläne erarbeitet worden und mehrere Gemeinden haben bereits Katastrophenpräventions-Komitees gegründet.

Mai 2016