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Lateinamerika

Teilhabe bei Behinderung

El Salvador: Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Hilfe für Menschen mit Behinderung

2 PortraitsFelix Moralejo, Sonderpädagoge von „Los Angelitos“, mit German. Augusto Sanchez für Caritas international

Behinderte Menschen leiden nicht nur an ihren körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Oft wird ihnen durch verschiedene Hürden die Teilnahme am täglichen Leben erschwert. Sei es durch Vorurteile, mangelhafte Gesetze oder fehlende Dienste. Die Elternorganisation „Los Angelitos“ in El Salvador will das ändern. Sie kämpft für die Integration von Menschen mit Behinderung, und Caritas unterstützt sie dabei seit 2004.

Doch wie gewinnt man einen Kampf gegen Windmühlen? In El Salvador, wo das Thema Behinderung lange Zeit totgeschwiegen wurde, hat sich die Organisation genau auf die Lösung dieser Frage spezialisiert. Die Ausgangslage war extrem schwierig: Es sei nicht selten vorgekommen, dass behinderte Menschen von ihren Angehörigen nicht einmal vor die Tür gelassen wurden, sagt Michael "Paco" Kleutgens, der die Organisation mitgegründet hat und als Koordinator für sie arbeitet. "Manchmal wussten Familien nicht einmal, dass im Nachbarhaus auch ein Mensch mit Behinderung wohnt", erzählt er.

Selbst aktiv werden und Rechte einfordern

El Salvador: Werkstatt für Menschen mit Behinderung„Los Angelitos“ kämpfen für die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. In Werkstätten werden sie darauf vorbereitet.Augusto Sanchez für Caritas international

Seit Beginn der Arbeit von „Los Angelitos“ hat sich die Wahrnehmung im Land für Menschen mit Behinderung gewandelt. In den Medien wird die Thematik immer häufiger aufgegriffen und das Netzwerk von Behindertenorganisationen ist deutlich gewachsen. Weiter bestehen reelle Chancen, dass die neue Regierung Veränderungen zugunsten von Menschen mit Behinderung auf den Weg bringt, die auf der Rehabilitationsarbeit von „Los Angelitos“ basieren. Genau auf diese Erfolge hat die Organisation abgezielt. Denn der Fokus der Arbeit liegt nicht auf der Vermittlung von kostenlosen Reha-Maßnahmen. Sie sind nur ein Baustein, ein Anreiz. Vordergründiges Ziel ist, dass Menschen mit Behinderung und ihre Familien politisch aktiv werden, auf ihre Situation aufmerksam und sich für ihre Rechte selbst stark machen. Denn nur so kann langfristig auf die Politik Einfluss genommen werden.

Begleiten, stärken, sensibilisieren

Damit das gelingt, wird die Organisation durch Caritas begleitet und betreut. Neue und bestehende Kontakte zu anderen Institutionen werden aufgenommen und intensiviert. So konnte mit dem Erziehungsministerium eine Zusammenarbeit zur schulischen Inklusion vereinbart werden. Mitgliederversammlungen, Austauschtreffen und Hausbesuche stärken das Netzwerk und den Zusammenhalt. Eltern und Fachkräfte erhalten Weiterbildungen.

Mit Demonstrationen, Veranstaltungen, Pressekonferenzen, Plakaten, Flugblättern, Radio- und TV-Spots erreicht die Organisation die Bevölkerung und Medien und sensibilisiert sie für die Belange der Menschen mit Behinderung.

Die Betroffenen selbst erhalten über „Los Angelitos“ therapeutische Unterstützung, Schulbegleitungen für schulpflichtige Kinder, Handwerkskurse in eigenen Werkstätten und Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

März 2017