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Lateinamerika

Katastrophenvorsorge

Wenn der Regen ausbleibt

Frau sitzt mit einem Zicklein auf ausgedorrter ErdeVor allem Frauen und Kinder leiden in Guatemala vermehrt an Unterernährung.EC/ECHO/Laurence Bardon

Bis 2030 soll es weltweit keinen Hunger mehr geben: So lautet eines der ambitionierten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Zwar ist die Zahl der Hungernden seit 1990 um 216 Millionen zurückgegangen, doch angesichts der noch immer 795 Millionen hungernden Menschen auf der Welt scheint das Ziel aus heutiger Perspektive kaum realisierbar.

Ursachen und Folgen

Die Ursachen für den Hunger sind vielfältig, resultieren aber zumeist aus Krisen und Konflikten, Naturkatastrophen und dem Klimawandel. Vor allem letzterer führte in den vergangenen Jahrzehnten zu verstärkten Unregelmäßigkeiten bei den Niederschlägen. Längere und häufigere Dürrephasen im Wechsel mit sintflutartigen Regenfällen, die zu Überschwemmungen führen, sind die Folge.

Das hat Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion, und es kommt zu Ernteausfällen, einem Rückgang der Lebensmittelreserven bei gleichzeitigem Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel. Die Bilanz aus allem: Die Menschen hungern und sind unterernährt.

Klimawandel verstärkt El Niño

Guatemala gehört zu jenen Ländern, die die höchsten Raten an Unterernährung aufweisen. Immer wieder kommt es hier zu Ernährungskrisen, und seit 2001 sind die Niederschläge messbar zurückgegangen. Das Wetterphänomen El Niño ist dafür verantwortlich, durch den Klimawandel werden seine Auswirkungen noch mal massiv verstärkt. Seit 2014 herrscht in einigen Regionen Dürre, und insbesondere die ärmere ländliche Bevölkerung kann sich nicht mehr ausreichend ernähren. Laut Aussage des Präsidentschaftssekretariats für Ernährungssicherheit SESAN betrug 2013 die chronische Unterernährung von Kindern unter fünf Jahren und Frauen im gebärfähigen Alter in Guatemala zusammen rund 60 Prozent.

Seit 2012 steht das Thema Ernährungssicherung auf der Tagesordnung der guatemaltekischen Regierung. Doch konnten bisher keine entscheidenden Erfolge bei der Verringerung der Unterernährung erzielt werden. Etwa 1,3 Millionen Menschen, so das Innenministerium, leiden im sogenannten Trockengürtel Guatemalas an Hunger, darunter über 500.000 Kinder.

November 2016