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Lateinamerika

Katastrophenvorsorge

Wenn der Regen ausbleibt

Für den Klimawandel gewappnet

Feld mit BaumsetzlingenAuf Demonstrationsfeldern werden junge Pflanzen angezogen.Caritas international

Aufgrund der verstärken Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño herrscht im Trockengürtel Guatemalas seit 2014 eine Dürre, und die Bevölkerung kann sich nicht mehr ausreichend ernähren. Die drei Verwaltungsbezirke Chuarrancho, Amatitlán und Palencia im Departement Guatemala weisen eine besonders hohe Anzahl an unterernährten Menschen auf: Allein bis zu 35 Prozent der dort lebenden Kinder unter fünf Jahren haben Wachstumsstörungen durch Mangelernährung.

Gemeinsam mit ihrer lokalen Partnerorganisation Caritas Arquidiocesana de Guatemala verbessert Caritas international mit diesem Projekt die Ernährungssituation in acht Gemeinden der drei Verwaltungsbezirke.

Bau von Bewässerungssystemen

Besonders bedürftige Bauerfamilien erhalten trockenresistenteres Saatgut, Pflanzendünger, Schädlingsbekämpfungsmittel, Regenauffangsysteme und Wasserfilter.

Die Aussaat von Mais, Bohnen und Gemüse erfolgt nicht nach gewohntem Muster, weil die Niederschläge fehlen. Darum lernen die Familien in Workshops aus Gaze, Rohren und Stahlbögen Makrotunnel für die Bewässerung zu bauen. Die Workshops dienen gleichzeitig dem Erfahrungsaustausch, denn jede Familie hat eigene Beobachtungen zu Regen und Dürre gemacht, und auch Ideen entwickelt, wie mit der Trockenheit künftig verfahren werden kann. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Daher werden weitere praxisorientierte Seminare zu Themen rund um Wassermanagement, Ökosystem, nachhaltige Landwirtschaft, Gemüsegärten, Gesundheit und Ernährung durchgeführt. Während der Seminare wird gezimmert und gehämmert, und es entstehen neue Viehställe, verbesserte Kochherde, Silos und Latrinen.

Miteinander die Situation verbessern

Der Austausch der Familien untereinander ist ein Wert für die Zukunft: Wenn bäuerliches Wissen geteilt, schwierige Feldarbeiten oder Gemüsegärten gemeinsam gemeistert werden und die Gemeinden sich der Ernährungssituation stellen und sie organisieren, so sind sie weniger anfällig gegenüber Ernährungskrisen.

November 2017