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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Haiti: Nothilfe nach Wirbelsturm Matthew

Hilfe für die Betroffenen von Sturmschäden

Eine Familie mit Nothilfegütern von Caritas.Es sind die einfachsten aber elementarsten Dinge, die jetzt benötigt werden.CRS

Der Wirbelsturm „Matthew“, der am 4. und 5. Oktober 2016 über Haiti zog, traf das Land ins Herz. Nach dem verheerenden Erdbeben 2010, von dem sich Haiti bis heute nicht erholt hat, gab es keine ähnliche Katastrophe im Land, die eine humanitäre Krise dieser Größe auslöste: Durch "Matthew" wurden rund 2,1 Millionen Menschen getroffen, fast 1,4 Millionen benötigten dringend humanitäre Hilfe und viele sind auch heute noch auf Unterstützung angewiesen.

Die Informationen aus Haiti zeichneten in den ersten Tagen und Wochen ein katastrophales Bild: An manchen Orten hatte der Sturm keinen Stein auf dem anderen gelassen, Wasser- und Stromnetz funktionierten nicht mehr, zerstörte Straßen erschwerten die Versorgung der Bevölkerung. Besonders prekär war die Situation im Département Nippes.

Schnelle Versorgung mit Nahrungsmitteln und Chlortabletten

Nachdem sich die Caritas einen Überblick  verschafft hat, wurden schnell erste Nothilfemaßnahmen eingeleitet. Mehr als 18.000 Personen in den besonders betroffenen Départements Nippes, Grand-Anse, Sud, Sud Est, Quest und Nord-Ouest erhielten Nahrungsmittel. Das Augenmerk lag auf besonders bedürftigen Menschen wie Schwangeren, Kleinkindern, Alleinerziehenden oder Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützte mit einem Projekt die Verteilung von Nahrungsmittel- und Hygienepaketen über Caritas Haiti für 2.700 Familien. Die Hygienepakete enthielten unter anderem Chlortabletten zur Reinigung von Trinkwasser, Seife und Moskitonetze. Durch die schweren Regenfälle, die „Matthew“ begleiteten, kam es zu weitläufigen Überschwemmungen, die das Risiko von Epidemien, wie Cholera erhöhten.

Saatgut, Baumaterial und Cash-for-Work

Mutter und Kind in ihrem zerstörten Haus.Nicht wenige stehen nach dem Sturm vor dem Nichts.

Im Département Nippes, in dem mehr als 57.500 Familien von Sturmschäden betroffen sind und nahezu 80 Prozent der Ernten vernichtet wurden, wird zusammen mit Caritas Nippes ein eigenes Nothilfeprojekt umgesetzt. Hierbei wird vor allem die ländliche Bevölkerung, die durch „Matthew“ ihre Lebensgrundlage verlor, unterstützt.

Mit der Verteilung von Saatgut für schnell wachsendes Gemüse und entsprechenden Unterweisungen zum Anbau kann relativ zügig ein wichtiger Teil der Ernährung gesichert werden. Wasseraufbereitungstabletten gewährleisten den Zugang zu Trinkwasser und Hygienekurse sollen die Verbreitung von Epidemien und Krankheiten eindämmen. Weiter erhalten die Familien Material zur Reparatur ihrer Häuser und werden darin natürlich angeleitet. Mit Cash-for-Work beteiligen sich die Menschen an den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau und erhalten dafür einen Lohn, mit dem sie die wichtigsten Dinge für sich und ihre Familien finanzieren können.

September 2017