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Lateinamerika

Krisen und Konflikte

Kolumbien: Landminenopfer

Verschiedene Typen von LandminenSchätzungsweise 100.000 Landminen lauern in Kolumbien auf Feldern, am Wegrand oder in den Wäldern.Caritas international

Der Friedensvertrag ist unterzeichnet - doch die Gefahr bleibt. Mehr als Hunderttausend hochgefährliche Überbleibsel des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts verrweilen in Kolumbiens Erde. Landminen und andere Kampfstoffe, die aus strategisch-militärischen Gründen oder zum Schutz von Kokafeldern platziert wurden, kontaminieren großflächig ländliche Gebiete und gefährden die Zivilbevölkerung (Hintergrund des Konflikts).

Über 7.800 Menschen wurden in Kolumbien in den vergangenen Jahren Opfer von Landminen. Mehr als 40 Prozent sind Zivilisten, ein Viertel davon Kinder. Wenn sie durch die Explosion nicht ihr Leben verlieren, sind sie durch die schweren Verletzungen auf immer gezeichnet. In nahezu allen Departementen Kolumbiens gibt es verminte Gebiete, und Experten schätzen, dass rund 100.000 Landminen Felder, Wegränder und Wälder verseuchen und Bauern und ihre Familien bedrohen. Gerade die Landwirtschaft, von der ein Fünftel der Bevölkerung leben muss, ist vermint und kaum mehr zu bewirtschaften

Verantwortung des Staates

Der kolumbianische Staat hat die internationale Konvention von Ottawa 2005 ratifiziert, die den Einsatz, die Produktion, und die Weitergabe von Antipersonenminen ächtet und die Beitrittsländer verpflichtete, die verminten Gebiete bis März 2011 zu säubern. Dennoch fanden in Kolumbien bisher keine systematischen Minenräum-Aktionen statt. Und auch wenn mit den Friedensverhandlungen 2016 die Kämpfe beendet zu sein scheinen, wird die Minenräumung aufgrund der Weitläufigkeit der betroffenen Gebiete und fehlender geolokalisierter Informationen über betroffene Regionen einen sehr langen Zeitraum einnehmen.

Der kolumbianische Staat verfügt zwar über ein Reglement in Sachen Minenräumung, Opferhilfe und Prävention, doch greift dies nicht vor Ort, da die verantwortliche Behörde nur eine geringe Weisungsbefugnis hat. Das wiederum führt zu massiven Lücken in der medizinischen und rechtlichen Opferversorgung. Weiter wird die betroffene Bevölkerung nur unzureichend über die Gefahren und ihre Rechte informiert. Ausschließlich Nichtregierungsorganisationen und deren Aufklärungskampagnen leisten hier umfassende und anerkannte Arbeit.

Caritas international ist Teil des Aktionsbündnis Landmine. Die Arbeit mit Minenopfern stellte eine langwährende Herausforderung für die Caritas Kolumbien dar. Caritas international unterstützt ihre Partnerorganisation in ihrer täglichen Arbeit.

November 2016