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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Kolumbien: Flutkatastrophe in Mocoa

Nothilfe für Familien, Kinder und Schwangere

Männer und Frauen beladen ein Auto mit SäckenDie Kirche organisiert in Mocoa Verteilungen von Sachspenden.Conferencia Episcopal de Colombia

Geröll- und Schlammlawinen zerstörten in der Nacht zum 1. April 2017 fünf Stadteile der kolumbianischen Gemeinde Mocoa im Departement Putumayo. Lange und heftige Regenfälle waren der Katastrophe vorausgegangen. Nach offiziellen Angaben verloren 332 Menschen bei der Katastrophe ihr Leben, 71 werden noch immer vermisst, und insgesamt 22.335 Menschen wurden obdachlos.

Die Nothilfe durch staatliche Einrichtungen und Hilfsorganisationen, darunter Caritas, begann umgehend. Aufgrund der Katastrophenanfälligkeit des Landes haben die kolumbianischen Caritasorganisationen langjährige Erfahrungen in der Leitung und Umsetzung von Nothilfeprojekten und in der Katastrophenprävention. Das ermöglichte in Mocoa die unmittelbare Hilfe: Verteilt wurden Lebensmittel und Decken, Stromaggregate und Batterien kamen zum Einsatz.

Grundbedürfnisse decken

Ein Mann trägt WasserflaschenHier wird gesammelt, was es jetzt am meisten braucht: Wasser, Lebensmittel, Decken.Conferencia Episcopal de Colombia

In Abstimmung mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen lancierte Caritas international ein Nothilfeprojekt, das insbesondere Familien mit Kindern, Schwangere und Frauen berücksichtigt.

Die Begünstigten werden vier Monate mit Grundnahrungsmitteln, wie Reis, Öl, Salz, Nudeln, Bohnen und Mehl versorgt, Suppenküchen geben warme Mahlzeiten aus. Familien mit Kleinkindern erhalten Babynahrung, Milchpulver, Windeln, Pflegeartikel und Wasserfilter für sicheres Trinkwasser.

Hunderte Menschen haben bei der Katastrophe ihr ganzes Hab und Gut verloren. Caritas verteilt an sie Küchensets mit Töpfen, Messern und Geschirr, Hygienesets zur Zahn- und Körperpflege sowie Decken und Matratzen.

Psychosoziale Betreuung und Prävention

Einige Betroffene leiden sichtbar unter der aktuellen Situation und sind traumatisiert. Sie haben Angehörige verloren, der Schrecken des Unglücks sitzt tief und ist noch nicht verarbeitet. Zudem ist die Stimmung in den überbelegten Notunterkünften sehr angespannt. Drei Psychologen der Diözese Pasto übernehmen die psychosoziale und posttraumatische Betreuung von Familien und Einzelpersonen. In Freizeitaktivitäten lernen die Kinder Stress abzubauen und Konflikte zu lösen. Weiter werden in drei Stadtvierteln in Zusammenarbeit mit den ansässigen Schulen 18 ausgebildete Betreuungspersonen eingesetzt, die traumatisierte Jugendliche begleiten und auch Hausbesuche machen.

Zur Vorbeugung von Krankheiten wird die Bevölkerung über die Wichtigkeit von Hygiene aufgeklärt. In Workshops lernen Erwachsene und Jugendliche, wie Wasser aufbereitet und Brauchwasser und Abfall richtig entsorgt wird. Weiter werden die Menschen über die Zusammenhänge von Erdrutschen und Überschwemmungen informiert, damit sie künftig ihre Wohnsituation den Gefahren anpassen können und beispielsweise nicht mehr an Flussläufen siedeln.

Das Projekt wird durch Caritas Kolumbien koordiniert und von Caritas Mocoa mit Unterstützung durch Caritas Pasto durchgeführt. Die Maßnahmen haben einen Umfang von 250.000 Euro, den größten Teil davon finanziert das Auswärtige Amt.

August 2017