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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Kolumbien: Flutkatastrophe in Mocoa

In Kolumbien kam es in jüngster Vergangenheit zu langanhaltenden Regenfällen - mehrere Regionen des Landes leiden aktuell unter Hochwasser und Überschwemmungen.

Bereits über 300 Tote in Mocoa

Rettungskräfte mit Suchhunden inmitten von Trümmern.Nationale Rettungskräfte suchen mit Hunden nach Verschütteten.OCHA Colombia

In der südlich gelegenen Stadt Mocoa am Ostrand der Anden hat sich die Situation auf einen Schlag in eine Katastrophe verwandelt: In der Nacht auf den 1. April riss eine Geröll- und Schlammlawine nach aktuellen Angaben 316 Menschen in den Tod, 400 gelten noch als vermisst (Stand 09.04.2017). Ganze Stadtviertel sind zerstört, die Strom- und Wasserversorgung ist unterbrochen und die örtlichen Krankenhäuser sind überlastet. Fachkräfte örtlicher Caritasverbände hatten sich unmittelbar auf den Weg in die Katastrophenregion Mocoa gemacht, darunter drei auf Traumata spezialisierte Psychologen aus Pasto und Mitarbeitende aus Bogotá. Die Caritas Kolumbien hat die Not- und Überlebenshilfe für die schwer betroffene Provinzhauptstadt Mocoa eingeleitet: Katastrophenhelfer verteilen Lebensmittel und wärmende Decken an die Einwohner, auch Stromaggregate, Batterien und Solarpaneele werden angeschafft. Die Caritas kann in Kolumbien auf ein gut funktionierendes Caritas-Netzwerk zurückgreifen, wodurch eine sofortige Nothilfe ohne langwierige Prozesse möglich ist. Caritas international engagiert sich bereits seit mehr als 20 Jahren in Kolumbien und stellt der Caritas Kolumbien zunächst 50.000 Euro Soforthilfe für die Opfer der Überschwemmungen bereit, weitere Hilfen sollen folgen. 

Anhaltende Regenfälle sorgen für weitere Erdrutsche

Die Regenfälle in Kolumbien halten an. Besonders gerodete Hänge werden durch die Wassermassen instabil und rutschen ab. Am 19. April 2017 regnete es in der Stadt Manizales im Westen des Landes innerhalb von fünf Stunden so viel wie sonst in einem ganzen Monat. Über 40 Erdrutsche waren die Folge: Mindestens 16 Menschen starben, Straßen und Häuser wurden zerstört. Da es auch in anderen Teilen Kolumbiens beinahe ununterbrochen regnet, bereitet sich die Caritas Kolumbien auf weitere mögliche Katastrophen vor: insgesamt 385 Standorte in Kolumbien gelten als gefährdet. 

Konfliktgeschädigtes Land

Bild auf zerstörten Stadtteil.Drei Flüsse oberhalb der Stadt sind durch den anhaltenden Regen über die Ufer getreten und haben große Teile Mocoas unter einer Schlamm- und Gerölllawine begraben.OCHA Colombia

Dass es zu einer derartigen Katastrophe wie in Mocoa kommen konnte, hat verschiedene Ursachen. Diese sind natürlich in erster Linie in den ausgiebigen Regenfällen zu suchen. Ein Grund für die große Zahl an Betroffenen der Katastrophe ist jedoch auch in der konfliktreichen Geschichte des Landes zu finden: Die massive Grundbesitzkonzentration hat dazu beigetragen, dass große Teile der kolumbianischen Waldgebiete gerodet wurden, um Flächen für die Viehwirtschaft zu schaffen. Weitere Areale werden für den illegalen Koka-Anbau genutzt. Millionen Menschen wurden in dem mehrere Jahrzehnte andauernden Konflikt vertrieben. In vielen kolumbianischen Städten haben sie sich teilweise in Risikolagen, zum Beispiel entlang von Flüssen und Hängen, niedergelassen. Der kolumbianische Staat hat bislang zu wenig in wirkungsvolle Maßnahmen zur Katastrophenprävention investiert.

Spenden mit Stichwort "Überschwemmung Kolumbien" werden erbeten auf:

  • Caritas international, Freiburg, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL oder online unter www.caritas-international.de
  • Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zuzüglich üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)

Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit mehr als 160 nationalen Mitgliedsverbänden.

April 2017