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Lateinamerika

Chancen für Chancenlose

Peru: Anpassung an den Klimawandel

Ein Luftbild zeigt eine Schneise der Verwüstung im RegenwaldEin Luftbild zeigt die Schneise der Verwüstung durch den Goldabbau.Caritas Madre de Dios

Das Departement Madre de Dios an der peruanischen Grenze zu Bolivien und Brasilien zählt zu den artenreichsten Regionen der Welt. Noch ist hier tropischer Regenwald vorhanden, der auf das globale Ökosystem großen Einfluss hat und zudem Heimstatt unzähliger Tier- und Pflanzenarten ist. Die fortlaufende Zerstörung des Regenwaldes in den vergangenen Jahrzehnten zur Gewinnung von Rohstoffen macht aber auch in Madre de Dios nicht halt. Der Raubbau an der Natur liegt hier vor allem in den angetriebenen Weltmarktpreisen für Gold begründet. Illegale Goldschürfungen nehmen in Madre de Dios immer mehr zu und haben dabei neben dem unwiederbringlichen Verlust des Regenwaldes und der Artenvielfalt auch Überschwemmungen, Verschmutzungen, Korruption und Menschenhandel zur Folge.

Papst setzt sich ein für Mensch und Natur

Im Januar 2018 besuchte Papst Franziskus den Amazonas in Peru, darunter eine Goldgräberstadt. Der Schutz des Regenwaldes und der Einsatz für die Indigenen sind ihm ein großes Bedürfnis. So rief er für 2019 eine Synode über die Probleme am Amazonas ein.

Während der Reise gab es ein Treffen mit indigenen Gemeinschaften und Kleinbauern, die von Caritas unterstützt werden, beispielsweise im Projekt Agroforstwirtschaft. "Dass der Papst jetzt genau in diese Region reist und sich mit den Indigenen aus dem Kreis unserer Partner trifft, zeugt von der großen Bedeutung und Dringlichkeit dieses Themas", erklärte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes im Vorfeld. 

Verseuchung mit Quecksilber

Jugendliche an der GoldwäschereiMit der Zuwanderung verschärfen sich die sozialen Probleme, wie Kinderarbeit.Caritas Peru

So wird während des Goldabbaus hochgiftiges Quecksilber verwendet, das anschließend ins Wasser geleitet wird, sich dort in der Nahrungskette anreichert und die Menschen entlang des Flusses gefährdet. Immer wieder ruft die Regierung für Madre de Dios den Notstand aus, da Wasser und Luft mit Quecksilber verseucht sind.

Durch Abholzungen und künstliche Stauungen kommt es in der Region zudem häufiger zu Überschwemmungen, deren Auswirkungen durch die Zunahme starker Niederschläge nochmals steigen. Mit der Zuwanderung der Schürfer aus dem Hochland verschärfen sich auch die sozialen Probleme: Prostitution, Menschenhandel, Kinderarbeit und Drogenkonsum sind verbreitet.

Existenz der Kleinbauern ist bedroht

Weiter kommt es zu Konflikten zwischen den Schürfern und ansässigen Indigenen und Kleinbauern, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Einerseits werden ihre Interessen kaum oder gar nicht vertreten, denn der derzeitige Regionalgouverneur war zuvor Sprecher der Goldschürfer. Andererseits führen die Auswirkungen des Goldabbaus und die veränderten klimatischen Bedingungen dazu, dass die Bauern ihr Land nicht mehr ausreichend bewirtschaften können. Selbst haben sie aber durch Unkenntnis auch dazu beigetragen. Der Gewinn landwirtschaftlicher Flächen erfolgt bisher durch Brandrodungen und Entwaldung der Flussufer. Agroforstsysteme, die einen nachhaltigen Anbau ermöglichen, sind weitgehend unbekannt.

Agroforstwirtschaft für den Klimaschutz

Peru Papst Indigene SliderFür die Agroforstwirtschaft eignet sich der Kakaobaum. Caritas international

Caritas international setzt sich gemeinsam mit Caritas Madre de Dios für die indigene Bevölkerung und gegen die Umweltzerstörung ein. So werden Gemeinden am Rande der Reservate bei der Umstellung zu einer Agroforstwirtschaft aktiv unterstützt. Landwirtschaftliche Flächen werden nachhaltig und ökologisch bepflanzt und wieder aufgeforstet.

Das schützt die Umwelt, wirkt den Folgen des Klimawandels entgegen und sichert den Kleinbauern ein Einkommen, denn sie können so über den Eigenbedarf hinaus produzieren, zum Beispiel durch den Anbau von Kakao. Zum Projekt

Januar 2018