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Lateinamerika

Peru

Anpassung an den Klimawandel

Ein Luftbild zeigt eine Schneise der Verwüstung im RegenwaldEin Luftbild zeigt die Schneise der Verwüstung durch den Goldabbau.Caritas Madre de Dios

Das Departement Madre de Dios an der peruanischen Grenze zu Bolivien und Brasilien zählt zu den artenreichsten Regionen der Welt. Noch ist hier tropischer Regenwald vorhanden, der auf das globale Ökosystem großen Einfluss hat und zudem Heimstatt unzähliger Tier- und Pflanzenarten ist. Die fortlaufende Zerstörung des Regenwaldes in den vergangenen Jahrzehnten zur Gewinnung von Rohstoffen macht aber auch in Madre de Dios nicht halt. Der Raubbau an der Natur liegt hier vor allem in den angetriebenen Weltmarktpreisen für Gold begründet. Illegale Goldschürfungen nehmen in Madre de Dios immer mehr zu und haben dabei neben dem unwiederbringlichen Verlust des Regenwaldes und der Artenvielfalt auch Überschwemmungen, Verschmutzungen, Korruption und Menschenhandel zur Folge.

Verseuchung mit Quecksilber

Jugendliche an der GoldwäschereiKinderarbeit: Nur eines der vielen sozialen Probleme beimCaritas Peru

So wird während des Goldabbaus hochgiftiges Quecksilber verwendet, das anschließend ins Wasser geleitet wird, sich dort in der Nahrungskette anreichert und die Menschen entlang des Flusses gefährdet. Erst im Mai 2016 rief die Regierung für Madre de Dios den Notstand aus, da Wasser und Luft mit Quecksilber verseucht waren.

Durch Abholzungen und künstliche Stauungen kommt es in der Region zudem immer häufiger zu Überschwemmungen, deren Auswirkungen durch die Zunahme starker Niederschläge nochmals signifikant steigen. Mit der Zuwanderung der Schürfer aus dem Hochland verschärfen sich auch die sozialen Probleme; Prostitution, Menschenhandel, Kinderarbeit und Drogenkonsum sind verbreitet.

Existenz der Kleinbauern ist bedroht

Weiter kommt es zu Konflikten zwischen den Schürfern und ansässigen Indigenen und Kleinbauern, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen. Einerseits werden ihre Interessen kaum oder gar nicht vertreten, denn der derzeitige Regionalgouverneur war zuvor Sprecher der Goldschürfer. Andererseits führen die Auswirkungen des Goldabbaus und die veränderten klimatischen Bedingungen dazu, dass die Bauern ihr Land nicht mehr ausreichend bewirtschaften können. Selbst haben sie aber durch Unkenntnis auch dazu beigetragen. Der Gewinn landwirtschaftlicher Flächen erfolgt bisher durch Brandrodungen und Entwaldung der Flussufer. Agroforstsysteme, die einen nachhaltigen Anbau ermöglichen, sind weitgehend unbekannt.

Dezember 2016