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Lateinamerika

Katastrophenhilfe

Flutkatastrophe in Peru

Nothilfe nach Flutkatastrophe

Eine lokale Form von El Niño sorgt seit Anfang des Jahres in Peru für großflächige Überschwemmungen. Die starken Niederschläge in Verbindung mit dem Gefälle zwischen Anden und Pazifik führten zu Überflutungen, Erdrutschen und Schlammlawinen. Gemäß dem peruanischen Katastrophenschutz verloren über 100 Menschen ihr Leben, und noch immer werden welche vermisst. Mehr als 1,1 Millionen sind von der Katastrophe betroffen. Auch die Zerstörungen sind massiv: Über zehntausend Häuser wurden komplett zerstört, mehr als hunderttausend sind schwer beschädigt, Krankenhäuser, Schulen und Straßen in Mitleidenschaft gezogen.

Nothilfe teilweise nur auf dem Luftweg möglich

Verteilung von Hilfsgütern per HelikopterVielerorts ist das Straßennetz weggespült worden. Hilfsgüter können nur noch auf dem Luftweg in diese Regionen gebracht werdenFoto: Caritas Peru

Unzählige haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind in den überschwemmten Gebieten im Einsatz. Mehr als 450 Tonnen an Lebensmitteln (insbesondere für Kleinkinder), Kleidung, Trinkwasser, Hygieneartikeln, Material für Notunterkünfte und Wasserpumpen wurden bereits verteilt. Da das Straßennetz an vielen Orten zusammengebrochen ist, müssen die Hilfsgüter teilweise per Flugzeug in die betroffenen Landesteile gebracht werden. Aktuell konzentriert sich die Hilfe verstärkt auf den Norden des Landes, da dieser besonders stark unter den Fluten leidet. "Bis vor kurzem hatten wir die Situation einigermaßen unter Kontrolle und konnten mit internen Maßnahmen reagieren, aber jetzt ist die Lage chaotisch. Deswegen sind wir für jede zusätzliche Unterstützung dankbar", sagt Ángel Allccarima Ochante, Nothilfe-Koordinator der Caritas Peru.

Unterstützung richtet sich nach Bedürftigkeit

Eine Caritas Mitarbeiterin verteilt Kissen und Decken.In der Stadt Ica beispielsweise, unterstützt Caritas 100 Familien, die ihr Zuhause verloren haben.Cáritas del Perú

Die Caritas Peru leistet in sieben Diözesen Nothilfe. Das Ausmaß der Hilfe richtet sich nach dem Umfang der Zerstörungen und betroffenen Menschen. Priorität haben zunächst besonders verletzliche Gruppen, wie Haushalte mit Kleinkindern oder Senioren und Menschen mit Behinderung. Auch geographisch unterscheidet sich die Hilfe: Besonders betroffen von den Wassermassen und daher im Zentrum der Hilfe stehen die Diözesen in Piura, Lambayeque und Chulucanas. Aber auch in den Diözesen Chimbote, Chosica, Ica und Trujillo unterstützen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Caritas die Menschen vor Ort. Neben der Bereitstellung von Notunterkünften, Hygieneartikeln und Medizin umfasst das Projekt auch eine psychosoziale Begleitung der Menschen.

Hilfe auch mittel- und langfristig planen

In der aktuellen Phase mit nach wie vor anhaltenden Regen und großflächigen Überschwemmungen geht es darum, den Betroffenen effektiv und unkompliziert zur Seite zu stehen. Doch wenn das Wasser zurückgeht, werden unzählige zerstörte Häuser, Felder und eine kaputte Infrastruktur zurückbleiben. Daher beteiligt sich Caritas international an einem Hilfeaufruf der Caritas Peru, in dessen Rahmen die Betroffenen der Katastrophe im gesamten kommenden Jahr unterstützt werden. Parallel dazu laufen Planungen für den Wiederaufbau. Auch die Katastrophenvorsorge ist Gegenstand der Projektplanungen - denn El Niño ist ein wiederkehrendes Wetterphänomen.

April 2017