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Naher Osten

Konflikte und Krisen

Jemen: Nothilfe im Bürgerkrieg

Wie in vielen Ländern der arabischen Welt, forderten viele Menschen im Jemen während des arabischen Frühlings zu Beginn des Jahres 2011 einen Regimewechsel, verbunden mit dem Wunsch nach einer Demokratisierung des Landes.  Nach Massendemonstrationen wurde ein Übergangprozess eingeleitet, Anfang 2012 legte der neue, sunnitische Präsident Abdo Rabbo Mansour Hadi seinen Amtseid ab. Auch eine neue Verfassung wurde ausgearbeitet, ein erster Entwurf wurde zu Beginn des Jahres 2015 vorgelegt.

Zerstörte Häuser im JemenSeit über einem Jahrzehnt herrscht im Jemen ein blutiger Konflikt. Fast 19 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen.Foto: Philippe Kropf / OCHA

Die Huthi-Bewegung des Landes, bei denen es sich um eine schiitisch-zaiditische Gruppe aus dem Norden des Jemen handelt, war jedoch nicht bereit die neue Verfassung des Landes zu akzeptieren und besetzte den Präsidentenpalast sowie eine Reihe von Ministerien. Per Dekret löste sie das Parlament auf und setzte stattdessen einen "Obersten Revolutionsrat" als Exekutivorgan ein. Präsident Hadi floh schließlich nach Saudi-Arabien. Saudi-Arabien wiederum führt mittlerweile eine "Arabische Koalition" an und bombardiert regelmäßig Stellungen der Rebellen im Jemen.

 

Komplizierte Gemengelage - Zivilbevölkerung leidet

Der Konflikt im Jemen ist dementsprechend eine komplizierte Gemengelage aus einem ethnisch und religiös aufgeladenen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten sowie diversen nationalen Interessen. Besonders zwischen dem Iran und Saudi-Arabien ist der Krieg im Jemen zu einer Art Stellvertreterkrieg verkommen. Auch Terrororganisationen wie Al-Kaida machten sich das Chaos im Land zu Nutze und kontrollieren mittlerweile einen erheblichen Teil des Staatsgebiets. Der Jemen droht zu einem Rückzugsort für Terroristen aus aller Welt zu werden, weshalb auch die USA militärisch massiv intervenieren, vor allem mit Drohnenangriffen. Wie in den meisten Konflikten trägt die Zivilbevölkerung die größte Last des Krieges: Über 10.000 Zivilisten verloren ihr Leben, zwei Millionen Jemeniten sind auf der Flucht. Fast 19 Millionen Menschen und damit 70% der Bevölkerung sind auf Unterstützung angewiesen.

Mai 2017