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Naher Osten

Krisen und Konflikte

Syrien: Humanitäre Hilfe im Konflikt

Jordanien: Gezielte Hilfe für Frauen und Kinder

Kinder im Kindergarten spielenAn sechs Orten werden Kinder wie der kleine Mohammed in einem Vorschulkindergarten unterstützt.Foto: Philipp Spalek / Caritas international

Derzeit sind 655.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien registriert. Viele von ihnen sind Kinder. Ihre Zukunft ist ungewiss, einigesind seit dem Ausbruch des Krieges nicht mehr zur Schule gegangen. Ein sorgloser Raum zum Lernen, mit anderen Kindern in einem geschützten Raum spielen und Sicherheit im Alltag - was für die gesunde Entwicklung eines jeden Kindes erforderlich ist, bleibt für Flüchtlingskinder oft ein unerreichbarer Traum. Um vom Krieg betroffenen und oft traumatisierten Kindern eine Zukunftsperspektive zu bieten, liegt der Fokus der Caritas-Arbeit in Jordanien neben Nothilfemaßnahmen deshalb auf Bildungsprojekten für Flüchtlingskinder und Frauen.

Zukunftsperspektiven durch Bildung

Syrische Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren erhalten mit Hilfe der Caritas Jordanien in sechs Kindergärten in den Gemeinden Amman, Mafraq, Irbid, Zarqa und Madaba eine Vorschulerziehung. Sie bekommen eine gesunde Zwischenmahlzeit, lernen Lesen und Rechnen, drücken im Malen und Basteln ihre Gefühle und ihre Kreativität aus. Etwa 500 Kinder werden damit nicht nur auf den Schuleinstieg vorbereitet, sondern können so auch einem geregelten Alltag nachgehen. Junge Mädchen, Frauen und Mütter werden in Kursen über Gesundheit, Hygiene, Sexualität, die Risiken früher Eheschließung und andere, für ihr Alter und ihre Situation essentielle Themen, aufgeklärt. So erhalten sie nicht nur Unterstützung durch professionell geschulte Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen, sondern können auch persönliche Beziehungen zu anderen Frauen in ähnlichen Lebenssituationen knüpfen. Auch junge Mütter, die nie oder nur sehr kurz eine Schule besuchen konnten, werden in diesem Projekt berücksichtigt. Sie erhalten Sprachunterricht, lernen Mathematik und bilden sich in Lebens- und Erziehungsfragen weiter. Durch die Kurse erhalten sie oftmals das Selbstbewusstsein zurück, das sie durch Krieg und Flucht zuvor verloren hatten. Dadurch sind sie auch wieder in der Lage, ihre Kinder zu fördern und zu unterstützen.

Besondere Hilfe für Opfer von Gewalt 

Kinder halten selbstgemalte Bilder hochSyrische Flüchtlingskinder malen zusammen ein Buch mit dem Titel: "Meine Eltern verstehen mich"Foto: Caritas Jordanien

Die Caritas Jordanien bietet syrischen Flüchtlingen, die Opfer von Gewalt geworden sind, besonders behutsame und einfühlsame Unterstützung an. Denn die Betroffenen können oftmals nur schwer über das Erlebte sprechen. Scham und Schuldgefühle kommen zu der Gewalterfahrung oft belastend hinzu. Erleichterung und mehr Sicherheit für die persönliche Stabilität bieten hier psychosoziale Beratungen. Betroffene können sich darüber hinaus auch an spezielle Institutionen oder Psychologinnen wenden. Um besonders schwere Fälle von Traumatisierungen oder Bedürftigkeit feststellen zu können besuchen ehrenamtliche Mitarbeitende und Sozialarbeiter/innen der Caritas Jordanien Flüchtlingsfamilien in ihren Unterkünften.

Besonders für Frauen, die geflüchtet sind, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, ist es nicht leicht, um Hilfe zu bitten. Viele waren es als Bäuerinnen, Handwerkerinnen oder Krankenschwestern gewohnt, ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Familien selbst zu verdienen. Das Gefühl als Flüchtling in Jordanien von der Gesellschaft nicht gebraucht zu werden, ist schwer zu ertragen. Frauen, die an Projekten der Caritas teilnehmen, erzählen, dass sie sich deshalb oft besonders schwach und hilflos fühlen. Die Caritas Jordanien setzt aus diesem Grund auf Einkommen schaffende und berufsbildende Maßnahmen. Geflüchteten Frauen soll ermöglicht werden, ihr eigenes Einkommen zu verdienen und einen Teil ihrer Selbstbestimmtheit zurück zu gewinnen.

März 2017