zurück

Naher Osten

Flucht und Migration

Libanon: Migranten und Flüchtlingen beistehen

Libanon: Die höchste Priorität ist das Überleben

Das Migrationszentrum der Caritas

Eine Flüchtlingsfamilie Eine Flüchtlingsfamilie aus der seit Jahren umkämpften Region Ghouta in Syrien. Die Eltern flüchteten mit ihren zwei Kindern in den Libanon. Ihre Tochter Faysa konnte nach einer Schussverletzung im Kopf nur durch eine von der Caritas und der UN finanzierten Notoperation gerettet werden. Tabitha Ross / Caritas international

Im Libanon arbeitet Caritas international mit dem "Caritas Lebanon Migrant Center" (CLMC), der Fachstelle für Migration und Flüchtlinge der Caritas im Libanon, zusammen. Das Zentrum legt einen Schwerpunkt auf Sozialarbeit, sucht eine Mehrzahl der Flüchtlingshaushalte auch zu Hause auf und identifiziert auf diese Weise überdurchschnittlich viele Fälle von sexueller Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Kinderarbeit, behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen. CLMC unterhält sichere Unterkünfte für weibliche Opfer von Gewalt und deren Kinder und arbeitet mit zahlreichen anderen spezialisierten Institutionen zusammen. Auch die Schulbeihilfe für Flüchtlingskinder ist fester Bestandteil der Arbeit.

Die Caritas im Libanon verfügt demnach über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen und leistet mit Hilfe von Gutscheine für Nahrungsmittel und Hygieneartikel, Mietbeihilfen, Schulbeihilfen und Zuschüsse zu Krankenhauskosten sowie psychosozialer Unterstützung vor allem für Frauen und Mädchen einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Flüchtlinge. Auch innovative Unterstützungsansätze wie Bargeldhilfen werden vermehrt eingesetzt. Längst haben humanitäre Organisationen weltweit diesen Ansatz als Chance erkannt die Menschen aus der passiven Hilfsbedürftigkeit zu führen und sie wieder zu aktiven Akteuren ihrer eignen Bedürfnisse zu machen. Die Caritas arbeitet hierfür mit einem Geldkartensystem, das Flüchtlingen und bedürftigen Libanesen die Möglichkeit gibt ihre Grundversorgung dem eigenen Bedarf anzupassen. 

Libanesische Gastgeber

Die Situation für die Flüchtlinge aus Syrien ist dramatisch. Oft konnten sie auf ihrer Flucht nicht einmal das Nötigste mitnehmen. Eine Rückkehr in ihre Heimat wird nicht nur durch die gefährliche Lage dort, sondern auch durch die verschärften Aufenthaltsbedingungen für Flüchtlinge im Libanon erschwert. Würden sie das Land auch nur kurzzeitig verlassen, kämen sie nur sehr schwer wieder zurück.

Viele der Flüchtlinge aus Syrien sind in libanesischen Gastfamilien untergekommen, die allerdings meistens selbst zur ärmeren Bevölkerung gehören. Und doch werden die Flüchtlinge in ihrem Nachbarland größtenteils nicht mit offenen Armen empfangen: Syrer werden oft angegriffen und diskriminiert. In manchen Teilen des Landes gibt es Ausgangssperren, die nur für die syrischen Flüchtlinge gelten. Viele lasten ihnen den dramatischen Einbruch der Löhne an, da sie billige und willige Arbeitskräfte sind. Zudem werden Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs knapp und damit teuer. Caritas international unterstützt aus diesen Gründen auch bedürftige libanesische Gastfamilien mit Nahrungsmitteln, Gaskochern, Decken, Matratzen und anderen Hilfsgütern.

Bildung als Hoffnungsschimmer

Ein weiterer Schwerpunkt der Hilfen liegt darin, Flüchtlingskindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Viele von ihnen mussten ihre schulische Laufbahn wegen des Konflikts abbrechen. Manch ein Kind konnte sie wegen des vier Jahre herrschenden Ausnahmezustands erst gar nicht antreten. Das öffentliche Bildungssystem im Libanon ächzt nun unter der Belastung.

Libanon: SchulkinderCaritas finanziert syrischen Flüchtlingskindern das Schulgeld für ein SchuljahrJean Khoury

Vormittags sitzen die einheimischen Kinder in den Klassenzimmern, am Nachmittag wollen Hunderttausende syrische Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Um Flüchtlingskindern in Beirut und dem Libanongebirge eine bessere Perspektive in ihrem Leben zu bieten, finanziert Caritas international für ein Jahr die Schulbildung. 400 von ihnen lernen dadurch etwa Lesen und Schreiben, Englisch und Arabisch.

Die positiven Effekte dieses Projekts sind vielfältig, denn der Schulbesuch fördert auch die psychische Stabilität der Kinder und Jugendlichen. Sie können Selbstbewusstsein entwickeln und sich besser in die Gesellschaft ihres Gastlandes integrieren - was auch dazu beitragen kann,  Vorurteile gegenüber den Flüchtlingen abzubauen.

Juni 2016

Caritas international ruft weiter zu Spenden für die Flüchtlinge und Gewaltopfer auf.

Bitte spenden Sie Online oder per Banküberweisung auf folgendes Konto:

Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00

Stichwort: Nothilfe Syrien