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Naher Osten

Krisen und Konflikte

Syrien: Humanitäre Hilfe im Konflikt

Chronik des Schreckens

2 Kinder (Schwester und Bruder) vor zerbombten HäusernDiese beiden Geschwister verharrten mit 4 weiteren jüngeren Geschwisterkindern ohne erwachsene Begleitung in einem Kellerraum aus. Sie sind in jeder Hinsicht bedürftig. Patrick Nicholson/Caritas internationalis, 2017

2011

  • März: Nach den Aufständen des "arabischen Frühlings" in Tunesien und Ägypten kommt es im Januar und Februar auch in Syrien zu Protesten. Proteste in Daraa werden im März mit Gewalt beendet - es kommt zu Ausschreitungen, Demonstranten werden getötet. Die gewalttätige Niederschlagung der friedlichen Proteste gilt als der Start des Syrien-Konflikts.
  • Im April weiten sich die Proteste aus, das Militär setzt erstmals Panzer ein. Hunderte Menschen sterben, Tausende werden verhaftet.
  • Im Juli bildet sich die "Freie syrische Armee", die sich aus tausenden desertierten Soldaten zusammensetzt. Tausende Menschen sind bereits geflohen, die Türkei beginnt, Flüchtlingslager zu errichten.
  • Im Oktober spätestens hat sich aus den Protesten ein Bürgerkrieg entwickelt. Assads Soldaten und Polizisten auf der einen Seite kämpfen gegen die "Freie syrische Armee" und diverse Rebellengruppen, auch islamistische Gruppen, auf der anderen Seite.
  • Ende 2011 sind nach UN-Angaben 5.000 Zivilisten ums Leben gekommen, 8.000 Menschen haben das Land verlassen.

    2012

  • Anfang 2012: Eine neue Terrorgruppe, die Al-Nusra-Front, wird ebenfalls zur Konfliktpartei. Es gibt immer wieder Berichte über Anschläge gegen Christen und andere Minderheiten.
  • Im März wird ein Waffenstillstand vereinbart, der jedoch nicht eingehalten wird.
  • Im Juni findet eine erste Friedenskonferenz in Genf statt.
  • Ende 2012 sind bereits 500.000 Syrerinnen und Syrer vom UNHCR als Flüchtlinge registriert. Die meisten von ihnen in der Türkei (135.000), im Libanon (110.000), in Jordanien (100.000) und im kurdischen Teil des Irak (54.000). Die ersten syrischen Flüchtlinge kommen in Europa an.

    2013

  • In neuen Zahlen der UN heißt es Anfang 2013, dass seit Beginn der Proteste 60.000 Menschen in Syrien ums Leben gekommen sind.
  • Bis April sind eine Millionen Syrer registriert, die ihr Heimatland verlassen haben. In Syrien selber sind mehrere Millionen Menschen auf der Flucht.
  • Im Juni wird in Deutschland ein erstes Flüchtlingsprogramm beschlossen. Darin heißt es, dass 5.000 besonders schutzbedürftige Syrerinnen und Syrer nach Deutschland einreisen dürfen.
  • Im Sommer schlagen sich Tausende geflüchtete Syrer/innen nach Europa durch. Angesichts der vielen Menschen, die auf dem Mittelmeer sterben, startet Italien im Oktober die Operation Mare Nostrum.
  • Ende 2013 kämpfen Armee und Rebellen intensiv um die Stadt Aleppo. 2,3 Millionen Syrer/innen haben mittlerweile ihre Heimat verlassen (Türkei: 700.000, Libanon: 840.000, Jordanien: 560.000, Irak: 200.000). 18.000 Syrer/innen sind zu diesem Zeitpunkt nach Deutschland gekommen.

    2014

  • Im Februar scheitert in Genf eine internationale Syrien-Friedenskonferenz. Die Kämpfe gehen unvermindert weiter, in der Gegend um Aleppo werden Fassbomben eingesetzt.
  • Im April sind 2,6 Millionen Menschen aus Syrien geflohen. Etwa 30.000 von ihnen haben es nach Deutschland geschafft.
  • Am 29. Juni wird der "Islamische Staat" ausgerufen. Die Terrororganisation verbreitet in Syrien Angst und Schrecken.
  • Im Oktober meldet Amnesty International, dass mehr als drei Millionen Menschen aus Syrien geflohen sind. In Syrien selbst sind fast 6,5 Millionen Syrer/innen auf der Flucht. In Deutschland haben bis Ende 2014 fast 40.000 Syrer um Asyl gebeten.

    2015

  • Anfang 2015 sprechen die Vereinten Nationen bereits von 220.000 Toten. 3,8 Millionen Syrer sind aus ihrem Land geflüchtet, 7,6 Millionen leben als intern Vertriebene im eigenen Land. Die Kämpfe lassen weiterhin nicht nach.
  • Ende September fliegt Frankreich erstmals Luftangriffe auf IS-Stellungen. Auch Russland beginnt mit Luftangriffen in Syrien.
  • Im Oktober schließt Ungarn seine Grenzen zu Slowenien, Kroatien und Serbien. Die Fluchtroute nach Deutschland verschiebt sich nun über Kroatien, Slowenien und Österreich.
  • Im November verhandeln EU und Türkei, wie Flüchtlinge daran gehindert werden können, nach Griechenland zu gelangen. Die EU will dafür drei Milliarden Euro zur Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei bereitstellen.
  • Ende 2015 zählt das UNHCR 4,6 Millionen syrische Flüchtlinge und 6,6 Millionen Vertriebene innerhalb Syriens.

    2016

  • Im Januar beginnen in Genf Verhandlungen zwischen der Opposition und der syrischen Regierung. Der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura versucht zu vermitteln.
  • Im Februar werden die Gespräche wegen Erfolglosigkeit ausgesetzt. Zur selben Zeit erschweren immer mehr Länder den Flüchtlingen die Flucht über die sogenannte "Balkanroute".
  • Das "Syrian Center of Policy Research" in Damaskus veröffentlicht derweil eine Studie, die von 470.000 Todesopfern und 1,9 Millionen Verletzten in Syrien ausgeht.
  • Im März findet der EU-Türkei Gipfel statt. Hier wird festgehalten, dass syrische Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei zurückgeführt werden. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU zu einer geordneten Aufnahme in die EU.
  • Im Mai erklärt der Chefunterhändler der syrischen Opposition die Friedensgespräche in Genf für gescheitert.
  • Ab Juli ist der Ostteil Aleppos, der von den Rebellen kontrolliert wird, von Nachschub abgeschnitten.
  • Ab August greift das türkische Militär mit einer Offensive gegen kurdische Einheiten im Norden Syriens in den Konflikt mit ein.
  • Im September vereinbaren Russland und die USA in Genf eine Waffenruhe, welche jedoch nicht lange anhält.
  • Im November sind laut UN etwa 250.000 Menschen in Aleppo von einer Hungersnot bedroht. In ganz Syrien sind es fast eine Millionen Menschen, die in belagerten Gebieten leben.
  • Im Dezember erlangt die syrische Armee die Kontrolle über die gesamte Stadt Aleppo. Am 30. Dezember tritt ein von Russland und der Türkei ausgehandelter Waffenstilltand in Kraft. 
  • 2017

  • Im Januar findet in Astana (Kasachstan) eine von Russland, Iran und Türkei organisierte Syrien-Konferenz statt. Eine Lösung wird nicht erreicht, man spricht sich jedoch für ein Fortbestehen der Waffenruhe aus.
  • Im Februar erhebt Amnesty International schwere Vorwürfe gegen das syrische Regime: Im Militärgefängnis "Saydnaya" in der Nähe von Damaskus seien Tausende Menschen gefoltert und hingerichtet worden.