Südafrika: Aidshilfe und Unterstützung von Aidswaisen
Zwei Porträts von Mitarbeitenden in der Aidshilfe
Thulani Sibiya - Sozialarbeiter
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| Thulani Siniya |
| Foto: Caritas international |
Thulani Sibiya kennt die Geschichte seiner heutigen Klienten aus eigener Erfahrung: Er selbst hat seine Eltern früh verloren
und sich schon als Jugendlicher um seine Familie gekümmert. Um sich und die Geschwister auch finanziell über die Runden zu
bringen, hat er zunächst als Freiwilliger in Marianhill gearbeitet:
"Ich habe einen Kurs in häuslicher Krankenpflege mitgemacht und fing im Jahr 2001 an, als Freiwilliger in der Aidshilfe in
Durban mitzuarbeiten", berichtet Thulani Sibiya. "Als freiwilliger Krankenpfleger betreute ich Kranke in meinem Wohngebiet
Dassenhoek, unterstützt durch die Mitarbeiterinnen der St. Mary`s Sozialstation.
Ich war arbeitslos und hatte kein Geld. Nach einer weiteren Schulung arbeitete ich dann als Freiwilliger im Kinderhort. Seit
2004 bin ich in der St. Mary`s Sozialstation fest angestellt und betreue als Sozialarbeiter Waisen und sozial gefährdete Kinder
in den drei Wohngebieten St. Wendolins, Klaarwater und KwaNdengezi. In einigen Schulen haben wir psychosoziale Beratungsgruppen
ins Leben gerufen. Außerdem betreuen wir die Kinder in ihrem häuslichen Umfeld.
Ich selbst habe meine Eltern durch Aids verloren und mich schon früh um meine jüngeren Geschwister gekümmert. Dank meiner
Arbeit hat sich mein Leben und das meiner jüngeren Geschwister gewandelt. Es geht ihnen jetzt nicht mehr schlechter als Kindern,
die noch ihre Eltern haben, um für sie zu sorgen. Ich verdiene genug, um Essen und Kleidung zu kaufen und das Schulgeld zu
bezahlen. Mein größter Wunsch ist, ein Haus für uns alle zu bauen."
Gogo Ndabe - Krankenschwester
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| Gogo Ndabe bei einem Hausbesuch |
Gogo Ndabe ist eine der Krankenschwestern, die in der häuslichen Pflege hauptsächlich Aids- und Tuberkulosekranke betreut.
"Durch die Hausbesuche wurde mir erstmals bewusst, wie sehr die Gesundheit der Menschen von äußeren Faktoren abhängt wie ihrer
Umgebung, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage", erzählt Gogo Ndabe. "Wir haben sehr viele junge Patienten, die mit HIV/Aids
leben.
Wenn ich von ihnen Worte höre wie `ich bin so froh, dass du da bist und mir zuhörst‛, gibt mir das als Krankenschwester viel
Kraft. Denn es ist äußerst deprimierend, so viele junge Menschen an Aids oder den Folgekrankheiten sterben zu sehen. Viele
sind so alt wie meine Kinder, oft sogar noch jünger. Es tut mir im Herzen weh, wenn ich in einen Haushalt komme, der von Minderjährigen
geführt wird, weil die Eltern im Sterben liegen oder schon gestorben sind. Dann werden die kleinen Dinge im Leben zu wunderschönen
Erlebnissen."
Dezember 2009



