Afghanistan: Nothilfe und Aufbauhilfe in der Bergregion Hazarajat
Winternothilfe: Medizinische Notversorgung im zentralen Hochland
Jeden Winter öffnet Caritas international zusätzliche zehn Gesundheitsstationen um die medizinische Versorgung für rund 126.000 Menschen im zentralen Hochland Afghanistans sicherzustellen.
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| Helfer versuchen sich Zugang zu eingeschneiten Dörfern zu verschaffen |
Seit 2006 ist Caritas international in der Winternothilfe in Afghanistan tätig. Jeweils für die Wintermonate öffnet Caritas
international die Gesundheitsstationen in der Provinz Daikundi, um die medizinische Versorgung zu sichern. Denn die Bewohner
und Bewohnerinnen entlegener Täler in diesem zentralen Hochland sind in schneereichen Wintern regelmäßig von der Außenwelt
abgeschnitten.
Auch dieses Jahr sichert professionelles medizinisches Personal in zehn temporären Ambulanzen die Notversorgung in der Provinz
Daikundi. In jeder Station arbeiten ein ausgebildeter Arzt, ein Krankenpfleger und eine Hebamme. Alle Mitarbeitenden wohnen
in den Gesundheitsstationen und stehen auf Abruf bereit.
Ohne diese Ambulanzen müssten Kranke kilometerweit durch hüfthohen Schnee oder über Hochgebirgspässe transportiert werden.
Zu den Gesundheitsstationen gehören auch mobile medizinische Teams, die im Notfall schwer Erkranke in ihren Dörfern aufsuchen.
Die Notversorgung sichert das Überleben vieler Patienten und Patientinnen. Ohne die Hilfe vor Ort würden viele selbst an vergleichsweise
harmlosen und leicht behandelbaren Krankheiten wie Durchfall oder Lungenentzündung sterben.
Caritas hofft, diesen Winter in den zehn Gesundheitsstationen rund 25 Prozent der im Umland lebenden Bevölkerung ambulant
versorgen zu können. Dafür werden über 100.000 Euro bereit gestellt. Der Bedarf an Medikamenten und medizinischem Material
wurde durch das Missionsärztliche Institut in Würzburg festgestellt. Bei der Vorbereitung des Projektes wurden die Ältestenräte und die Dorfbevölkerung miteinbezogen. Die Ambulanzen
von Caritas international werden mit dem Frühlingsanbruch im Mai bis zum nächsten Winter wieder geschlossen. Ohne die temporären
Gesundheitsstationen fänden rund 126.000 Menschen im Winter keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung.
Ein besonderes Anliegen von Caritas international ist die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit. Deshalb arbeitet in
allen Gesundheitsstationen neben einem Arzt und einer Krankenpflegerin immer auch eine ausgebildete Hebamme. Vorsorge und
Beratung sind fester Bestandteil ihrer Tätigkeit. Die Versorgung von Schwangeren und jungen Müttern führte in den letzten
Jahren zu einer niedrigeren Frauen- und Kindersterblichkeit, die in Afghanistan laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation
zu den höchsten weltweit zählt.
März 2011
Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt die saisonale Winterhilfe in Afghanistan von Caritas international.
Darüber hinaus aber ist die Finanzierung des Projekts auch auf Spenden angewiesen.
Stichwort: Nothilfe in Afghanistan
Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00


