Menschen und ihre Geschichten
Eine Nähmaschine als Starthilfe
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| Mosammat Laijot Begum |
Eine zierliche junge Frau mit einem netten Lächeln im Gesicht trifft uns vor ihrem Haus. Mossamat Laijod Begum lebt mit ihrem
Mann, ihrem Schwager und den Schwiegereltern in dem kleinen Haus. Ihr Mann arbeitet als Tagelöhner.
Mossamat zeigt uns voller Stolz ihre neue Nähmaschine, die sie von Caritas Bangladesch erhalten hat. Als der Sturm Sidr über
ihr Dorf Hossainpara tobte, das nur paar Hundert Meter von der Küste entfernt liegt, hat er das gesamte Hab und Gut der Familie
einfach weggefegt. Darunter war auch Mossamats erste Nähmaschine, aus der Zeit vor ihrer Ehe.
Diese alte Nähmaschine war ein Geschenk von Mossamats Vater zum erfolgreichen Abschluss eines Nähkurses. Den Nähkurs hat Mossamat
bei der Caritas Bangladesch besucht. Mit der Nähmaschine fängt für Mossamat ein neuer Lebensabschnitt, nach dem Sturm an.
Sie näht wieder Kleidungsstücke wie Sari-Blusen, aber macht auch gerne kleine Flickarbeiten. Für eine Bluse bekommt Mossamat
umgerechnet 20 Euro-Cent. Das Leben hat sich für sie und die Familie positiv verändert. Sie trägt zu dem Einkommen der Familie
bei und sie weiß ganz genau, was sie will: "Ich möchte das Nähen meiner Schwägerin beibringen. Wenn ich genug gespart habe,
kaufe ich eine zweite Maschine. Ich hoffe, dass ich damit ein kleines Unternehmen aufbauen kann."
Ein neues Dach über dem Kopf
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| Zakia Begum |
Frau Zakia Begum lebt mit ihrem hörbehinderten Mann, der trotz seiner körperlichen Einschränkungen zum Fischen aufs Meer rausfährt,
und ihrer Schwiegermutter, die nicht mehr gehen kann, in einem neuen Haus. Die Familie hat zwei erwachsene Kinder, die inzwischen
alleine leben.
In der Nacht zum 16. November hat der Sturm die Familie im Schlaf überrascht. Alle konnten sich retten. Als sie aber am nächsten
Morgen zum Haus zurückkamen, war alles zerstört. Vom Haus war nur ein Haufen Wellblech übrig geblieben. Die Fischernetze des
Mannes und der ganze Hausrat - alles war weg.
Die ersten Hilfsleistungen bekam die Familie von verschiedenen Hilfsorganisationen. Auch die erwachsenen Kinder haben geholfen:
Der ältere Sohn hat seinen Eltern 30 Euro geschickt. Die Caritas Bangladesch hat der Familie Baumaterialien im Wert von 150
Euro zur Verfügung gestellt, mit denen sie ihr Haus wiederaufbauen konnten. Im April ist die Familie in das neue Haus eingezogen.
Es ist zwar klein, hat aber ein festes Dach und mit der Zeit plant die Familie, das Haus weiter auszubauen.
Zakia hatte früher einen kleinen Kleiderladen, den sie gerne wieder betreiben möchte. Vor dem Sturm ging sie - meistens zusammen
mit ihrem Mann - von Haus zu Haus und verkaufte die Kleidung. Beim Sturm aber hat sie alles verloren. Nun bräuchte sie eigentlich
noch mindestens zwei Jahre, um das entsprechende Startkapital in Höhe von 200 Euro anzusparen. Deswegen benötigt Zakia Hilfe
und hofft, möglichst bald wieder für sich und ihre Familie selbst sorgen zu können.
Text und Bilder: Roswitha Brender
August 2008



