"Sinosizo - Wir helfen" Aidswaisen in Südafrika
Das Projekt
Sinosizo ist ein Begriff aus der Sprache der Zulu und bedeutet: "Wir helfen". Und Hilfe brauchen in Durban, der Stadt mit der höchsten Aidsrate Südafrikas, vor allem die Kinder.
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| Helfen, beraten und spielerisch lernen - das Konzept von Sinosizo |
| Foto: Caritas international |
Sinosizo, die Partnerorganisation von Caritas international, betreut im südafrikanischen Durban Kinder, deren Eltern an Aids
erkrankt sind oder gestorben sind. Etwa 1.800 Kinder kommen momentan in die sechs Zentren des Sinosizo-Projekts, die in den
Townships, den Armenvierteln rund um Durban liegen. Die Arbeit mit den Kindern beginnt schon in der Phase, in der sich die
Eltern noch gesund fühlen. Die Mitarbeiter/innen kennen die Familien bereits aus der häuslichen Pflege für Aidskranke, dem
zweiten Projektteil von Sinosizo. Mit einem ähnlichen Konzept wie in Marianhill , unweit von Durban, betreuen und pflegen die Mitarbeiter/innen der häuslichen Pflege Aidskranke und unterstützen ihre Familien.
Häufig trafen die Mitarbeiter/innen in der häuslichen Pflege auf das Problem, dass die Kinder nach dem Tod des sorgenden Elternteils
ohne professionelle Begleitung oder materielle Hilfe bei Verwandten untergebracht wurden. Fast zwangsläufig führte das zu
Konflikten: die Kinder müssen ernährt werden, das Schulgeld muss bezahlt werden und zudem ist der Umgang mit ihnen nach dem
Verlust der Eltern oft schwierig. Sandy Naidoo, die Leiterin des Waisenprojekts packt diese Probleme mit ihrem Team an der
Wurzel. [Interview: Fußball und der Sinn des Lebens...]
Noch zu Lebzeiten der Eltern besprechen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sinosizo mit den aidskranken Eltern, ihren
Kindern und den Verwandten, wo die Kinder später untergebracht werden sollen. So stehen die Kinder nach dem Tod der Eltern
nicht plötzlich allein da und den kranken Eltern wird die Sorge um die Zukunft der Kinder genommen. Auch die Patenfamilie -
meist die Familie der Schwester oder anderer Angehöriger - ist so auf die Schwierigkeiten, die auftauchen können, vorbereitet und
kann sich auf weitere Unterstützung verlassen.
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Video Clip: Sbongile, eine der Betreuerinnen von Sinosizo erzählt über die Situation der Großeltern, die ihre Enkel nach dem Tod der Mutter bei sich aufnehmen. |
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| Video Clip: Pilou, Koordinatorin im Sinosizo-Zentrum Etete, erklärt den Ansatz der Trauer-Arbeit mit den Aidswaisen. |
Häufig sind es auch die älteren Geschwister selbst, die nach dem Tod der Eltern die Verantwortung für die jüngeren übernehmen. Ein hartes Los, aber meistens ist es für alle Beteiligten die bessere Alternative, als dass die Kinder auseinander gerissen werden. Die kindergeführten Haushalte brauchen besonderen Schutz, damit die jungen Familienoberhäupte nicht überfordert werden.
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| Selbstorganisierte Talentshow zur Aidsproblematik |
Sinosizo steht ihnen und den Patenfamilien dauerhaft mit Rat und Tat beiseite und bezahlt einen Teil des Lebensunterhalts,
des Schulgelds und die Schuluniformen, damit die Pflegekinder nicht zur finanziell untragbaren Last werden. Ein breites Netz
an geschulten Gemeindehelfer/innen und Freiwilligen betreut die Waisenkinder in den Kinder- und Jugendclubs in den Townships
rund um Durban.
Vormittags kommen die Vorschulkinder, nachmittags die älteren Kinder. Spielen, lernen, Hausaufgaben machen, Tanz, Theater,
Sport: In Sinosizo bestimmt ein reformpädagogisches Konzept die Arbeit mit den Waisenkindern. Mitgestaltung und Selbstorganisierung
sind die Grundpfeiler und immer stehen die Mitarbeiter/innen mit psychologischer Hilfe den Kindern bei ihren Sorgen und Nöten
zur Seite. Besonders beliebt sind die zahlreichen selbstorganisierten Talentshows und Feste, an denen sich alle mit großem
Engagement beteiligen.
Die Arbeit von Sinosizo ist international anerkannt. Mittlerweile ist aus dem Projekt auch ein staatlich anerkanntes Institut geworden, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Freiwillige für die Arbeit in der Aidshilfe ausbildet. In speziellen Trainingsprogrammen soll die Selbstorganisation der häuslichen Pflege für Aidskranke und der Projekte für Aidswaisen gefördert werden. Diese Ausbildungskomponente wird seit Mitte 2010 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit unterstützt.
Oktober 2010



