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Risiken minimieren 

Katastrophenprävention in Bolivien

Ein Porträt Roberto Castillos, Projektkoordinator im Katastrophenpräventions-Projekt der Caritas Bolivien von Alexander Bühler.

Am liebsten tingelt Roberto Castillo selbst durch die Dörfer, in denen die Caritas ihr Katastrophenpräventionsprojekt durchführt. Dort kann er zusammen mit den lokalen Mitarbeitern die Erfolge besichtigen und feststellen, wo noch nachgebessert werden muss. Und dann sind da noch die Gespräche mit den Betroffenen, die menschliche Ebene des Projekts. Immer wieder ist Castillo davon berührt. "Manchmal kommen wir in Dörfer, in denen ein Geist der Verzweiflung herrscht, wo die Kraft zur Erneuerung kaum noch zu spüren ist."

Diese Dörfer, die in allen der vier Regionen des Projekts zu finden sind, haben sich mit dem Risiko der Naturkatastrophen abgefunden. Es sei schwierig, so Castillo, sie aus ihrer Lethargie zu reißen. "Wir müssen ihnen oft begreiflich machen, dass diese Situation nicht naturgegeben ist, dass sie selbst etwas daran ändern können."

Und diese Aufgabe reizt den 33jährigen. Wenn er mit den Bauern spricht, können sie die Energie spüren, die ihm innewohnt. Und er kann ihnen tatsächlich eine Aufbruchsstimmung vermitteln, durch die sie feststellen, welche Möglichkeiten ihnen das Caritas-Projekt bietet.

Und Castillo greift dabei vor allem auf eigene Erfahrungen zurück: Der Guatemalteke hat in seinem eigenen Land jahrelang in der Katastrophenprävention gearbeitet. Er hat gesehen, welche Schäden die Wirbelstürme anrichten können, die das mittelamerikanische Land so häufig heimsuchen und die Methoden kennengelernt, mit denen die Not nach einer solchen Naturkatastrophe gelindert werden kann - und wie man präventiv dafür sorgen kann, dass die Naturkatastrophe sich nicht zu einer Katastrophe für die Menschen ausweitet. Castillo weiß, wie wichtig seine Arbeit ist. "Initiativen wie die der Caritas sind sehr wichtig, damit die Bolivianer eine entsprechende Politik für den Klimawandel aufbauen können."

 

September 2011


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