Lateinamerika  

Spende

Brasilien: Kooperativen der Müllsammler

Das Seniorenprojekt Reciclázaro

Seit den 80er Jahren existieren bereits die Genossenschaften der Müllsammler. Viele der Müllsammler sind inzwischen aber zu alt für die harte Arbeit auf den Deponien. In der Gemeinde São Joa Maria im Stadtzentrum von São Paulo hat die Müllsammlerkooperative daher für verarmte und obdachlose Senior/innen das Altenprojekt "Reciclázaro" ins Leben gerufen.

die wohnungslosen Alten treten für ihre Rechte ein
Die wohnungslosen Alten fordern Unterkunft und Gesundheits-
versorgung    Foto: Caritas international

Von den 14.000 Obdachlosen, die im Stadtzentrum von São Paulo leben, sind etwa zehn Prozent älter als 60 Jahre. Zumeist sind sie schon länger wohnungslos und haben keinen Kontakt mehr zu ihren Familien. Viele erhalten keinerlei staatliche Unterstützung. Oft verstärken Krankheiten oder die Abhängigkeit von Drogen und Alkohol den Ausschluss aus der Gesellschaft und die soziale Isolation der obdachlosen Seniorinnen und Senioren.

Seit mehreren Jahren unterhält die Initiative "Reciclázaro" eine Anlaufstelle für 180 obdachlose Senior/innen. Alte Menschen ohne Wohnsitz werden dort psychologisch betreut, medizinisch versorgt, bekommen regelmäßige Mahlzeiten und können für eine begrenzte Zeit Obdach finden.

Eine wichtige Projektkomponente ist die Unterstützung der älteren Menschen bei der Suche nach ihren Familien. Können Familienangehörige ausfindig gemacht werden, begleitet "Reciclázaro" die erste Kontaktaufnahme und bietet Hilfestellung bei der Reintegration in das Familienumfeld. Für diejenigen Senioren/innen, die nicht in ihren Familien untergebracht werden können, wird eine dauerhafte Bleibe geschaffen. Dabei handelt es sich um eine von den älteren Menschen gemeinschaftlich betriebene Wohnanlage. Sie selbst bereiten gemeinsam die Mahlzeiten zu, putzen, halten das Gebäude instand und übernehmen die laufenden Kosten.  

Oktober 2011