Seniorenarbeit in Lateinamerika  

Spende

Seniorenarbeit in Lateinamerika

Zum Beispiel Kuba

Alte in Kuba

Kuba im Jahr 2000. Der Anteil der Menschen über 60 Jahren liegt bei 13,7 Prozent; Tendenz: steigend. 2025 werden es bereits rund 25 Prozent, 2050 sogar über 33 Prozent sein. Auch wenn diese Entwicklung weltweit zu beobachten ist, so fällt sie in dem Karibikstaat besonders drastisch aus. So wie überall liegt es auch in Kuba an der niedrigen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung - zu schaffen macht dem Land jedoch auch die zunehmende Abwanderung junger Menschen ins Ausland. Zurück bleiben die Alten, deren kleine Rente nur selten zum Leben ausreicht. Außerdem nimmt mit dem Alter das Risiko zu, pflegebedürftig zu werden. Familienangehörige oder Bekannte sind in solchen Situationen häufig überfordert.

Seit Anfang der 90er Jahre bietet Cáritas Cubana landesweit ein Seniorenprogramm an, in dem Familienangehörige sowie Freiwillige aus Pfarrgemeinden lernen können, wie ältere Menschen gepflegt und unterstützt werden können. Der Deutsche Caritasverband fördert das Projekt im Rahmen des Regionalprogramms "Seniorenarbeit in Lateinamerika".

So hilft Ihre Spende:
Die Durchführung eines Kurses kostet pro Teilnehmer etwas weniger als 50 Euro. Sie können auf direktem Wege einem oder mehreren Menschen die Teilnahme ermöglichen.

Die Arbeit in Kuba ist jedoch nur eines von vielen Beispielen dafür, auf welche Art Caritas international die Soziale Seniorenarbeit in Entwicklungsländern fördert. Geografische Schwerpunkte sind außerdem Chile, Mexiko und Peru, sowie die Transformationsländer. Bereits 2002 hat Caritas international im Rahmen der "2. UN-Weltversammlung zu Fragen des Alterns" gefordert, dass die demografische Entwicklung in der allgemeinen Entwicklungsdiskussion berücksichtigt werden muss.

Caritas international unterstützt Partnerorganisationen durch Beratung und finanzielle Hilfe, insbesondere

  • bei der Entwicklung von Strategien für eine aktive Seniorensozialpolitik
  • bei der Förderung der Selbstorganisation von Seniorennetzwerken
  • bei der Entwicklung von Programmen zur Vorbereitung auf das Alter und zur Förderung des Dialogs zwischen den Generationen
  • beim Aufbau von sozialen und pflegerischen Dienstleistungen
  • bei der Fortbildung von Mitarbeitern in der Seniorenarbeit.

Alte Menschen sind nicht nur Individuen, sondern aktive Bestandteile einer Gesellschaft. Seniorenarbeit sollte daher auf die Förderung der Potenziale alter Menschen zielen, damit sie eine aktive Rolle bei der Lösung ihrer Probleme übernehmen und einen gesellschaftlichen Beitrag leisten können. Ziel ist eine Gesellschaft für alle Lebensalter.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen in einer sich verändernden Welt die Schwerpunkte anders gesetzt werden. Konkret bedeutet das, dass die vorhandenen Gelder nicht mehr nur in den Bau eines neuen Seniorenheims gesteckt werden sollen, sondern eher in die Organisation von Selbsthilfegruppen alter Menschen. In Lateinamerika handelt es sich dabei um eine neue Sicht auf die Seniorenarbeit - angesichts der demografischen Entwicklung und der begrenzten finanziellen Mittel scheint es aber die einzige Möglichkeit zu sein, nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Doch obwohl die Stärkung der Eigenkräfte im Vordergrund steht, so muss es ergänzend auch immer humanitäre Hilfe geben.

Zum Beispiel Chile

Alte in Chile

Obwohl sich in Chile die Wirtschaft in den letzten Jahren gut entwickelt hat, profitieren die meisten alten Menschen nicht vom Fortschritt des Landes. Altern in Chile ist häufig vom Defizitmodell geprägt, welches Alter mit Krankheit, Armut und dem Verlust von Fähigkeiten gleichsetzt. Mit Unterstützung von Caritas Chile werden Kampagnen, Kongresse und Demonstrationen durchgeführt, die dazu beitragen, in der Öffentlichkeit auf die Lebensumstände der Senioren aufmerksam zu machen. Hierzu werden Seniorengruppen benötigt, die über die Fähigkeiten zur Selbstorganisation, Selbsthilfe und Vernetzung verfügen. Im Jahr 2008 wird Caritas Chile weitere Fortbildungen für Verantwortliche von Seniorengruppen durchführen. Inhaltlich wird es vor allem um eine stärkere Beteiligung und Vertretung der Senioren in politischen und gesellschaftlichen Prozessen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene gehen. Caritas international fördert das Seniorenprogramm von Caritas Chile im Rahmen des Regionalprogramms "Seniorenarbeit in Lateinamerika".  

So hilft Ihre Spende:
Eine dreitägige Fortbildung für 40 Teilnehmer kostet einschließlich Unterkunft und Verpflegung pro Person knapp 90 Euro.

Zum Beispiel Mexiko

Alte in Mexiko

Alleine in Mexiko-City, der Hauptstadt von Mexiko, leben rund eine Million alte Menschen. Viele davon sind vor Jahren in der Hoffung auf ein besseres Leben aus anderen Bundesländern zugereist  die Erwartungen haben sich für die meisten jedoch nicht erfüllt: sie leben in Armut, haben kein regelmäßiges Einkommen und wissen nicht, wie sie sich gegen Gewalt und Diskriminierung wehren sollen. Die Caritasstiftung für soziale Seniorenarbeit FUNBAM setzt sich für die Rechte der alten Menschen und für deren soziale Grundsicherung ein. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurden in Mexiko-Stadt, Hidalgo und Morelos große Informationsveranstaltungen durchgeführt. Zusätzlich haben die Senioren die Möglichkeit, innerhalb einzelner Gruppen über die eigenen Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen zu sprechen. Die Arbeit von FUNBAM wird von Caritas international im Rahmen des Regionalprogramms "Seniorenarbeit in Lateinamerika" gefördert.

So hilft Ihre Spende:
Die Kosten eines Kampagnentages (inklusive der Erstellung von Flyern und didaktischem Material) belaufen sich auf rund 800 Euro.

Zum Beispiel Peru 

Alte in Peru

Auch in Peru ist der Alterungsprozess häufig negativ geprägt. Dies hat Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu alten Menschen ­- es reicht von sozialer Ausgrenzung über Diskriminierung bis hin zur offenen Gewalt. Cáritas del Perú organisiert daher mit finanzieller Unterstützung von Caritas international in Arequipa, Moquegua und Tacna Begegnungstreffen zwischen Jung und Alt, die zum Abbau von Vorurteilen beitragen sollen. Dabei trafen alleine im Jahr 2006 rund 500 Senioren auf über 1000 Grund- und Hauptschüler – es kam zu Gesprächen, gemeinsamen Spielen und Tanzeinlagen. Auch innerhalb des Unterrichts wurde das Thema "demografische Entwicklung" behandelt. Zudem wurden für die Senioren Anlauf- und Schlichtungsstellen eingerichtet, um in einer konkreten Gewalt- oder Diskriminierungssituation direkte Hilfe leisten zu können.

So hilft Ihre Spende:
Je nach Teilnehmerzahl kostet die Organisation und Durchführung eines Begegnungstreffens zwischen 180 und 400 Euro.

Das Lateinamerikanische Netzwerk Gerontologie

Das Lateinamerikanische Netzwerk Gerontologie ist 1999 als supranationales Internetportal (www.gerontologia.org ) für den sozialgerontologischen Wissens- und Erfahrungstransfer in Lateinamerika und der Karibik gegründet worden. Es versteht sich als Fachstelle und offenes Forum und versucht, eine Verbindung zwischen der gerontologischen Theorie und ihrer Umsetzung in den Praxisfeldern herzustellen. Themenbereiche sind unter anderem Seniorenpolitik, Aus- und Fortbildung, soziale Sicherung und Seniorenpastoral. Es wird erwartet, dass im Jahr 2007 rund 300.000 Zugriffe auf das Internetportal verzeichnet werden.

Zur Anregung des fachlichen Austauschs hat das Netzwerk den Preis "Eine Gesellschaft für alle Lebensalter" ausgelobt, der bisher zweimal veranstaltet wurde. 2006 haben sich am Wettbewerb 71 Autoren aus zehn Ländern der Region, insbesondere aus Argentinien, Brasilien und Kolumbien beteiligt. Im Jahr 2008 wird der Preis erneut ausgelobt. Das Gesamtprojekt "Lateinamerikanisches Netzwerk Gerontologie" wird von Caritas international im Rahmen des Regionalprogramms "Seniorenarbeit in Lateinamerika" gefördert.

So hilft Ihre Spende:
Jede Durchführung des Wettbewerbs kostet für die Zahlung der Prämien und der Aufwandsentschädigung für die internationale Jury rund 5000 Euro.

 September 2007