Afrika  

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Hilfe für Straßenkinder in Äthiopien

Die Situation

Karte Äthiopien

Immer mehr Kinder und Jugendliche aus den ärmsten Familien leben in den größeren Städten Äthiopiens auf der Straße. Die Kinder müssen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen - sei es durch den Verkauf von gerösteten Nüssen, Zigaretten oder mit Schuhe oder Autoscheiben putzen. Manches Mädchen landet in der Prostitution - und arbeitet oft nur für ein Essen.

In vielen Städten Äthiopiens ist die Zahl der Straßenkinder in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Das Kinderhilfswerk UNICEF geht von mindestens 300.000 Kindern aus, die auf der Straße leben. In der Stadt Mekelle im Norden des Landes kommen viele von ihnen aus dem Nachbarland Eritrea.

Der Begriff Straßenkinder ist nicht klar umrissen. Er wird sowohl für Kinder benutzt, die tagsüber auf der Straße arbeiten, aber noch bei ihren Familien wohnen, als auch für Kinder, die während der Woche auf der Straße arbeiten und nur an den Wochenenden zu ihren Familien zurückkehren. Und es geht um Kinder, die keinen Kontakt zu ihren Familien haben. Sie arbeiten und leben ganz auf sich gestellt auf der Straße.

In der Stadt Mekelle versuchen Hunderte von Familien Fuß zu fassen, die durch den Grenzkonflikt mit dem Nachbarland Eritrea ihre Heimat verlassen mussten. Häufig sind die Kinder und Jugendlichen gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt selbständig auf der Straße zu verdienen. Während einige versuchen, das Notwendigste mit Kleingeschäften zu verdienen, laufen Mädchen Gefahr, in die Prostitution abzugleiten. Viele der unbegleiteten Kinder sind Aids-Waisen. 

Warten auf Kundschaft an der Straße
Wartet auf Kundschaft: Autoscheiben-Putzer auf den Straßen von Mekelle

Besonders die Mädchen leben in ständiger Angst vor Überfällen und Vergewaltigungen. Nässe und Kälte, aber auch verdorbenes Essen und fehlende medizinische Versorgung führen zu Krankheiten. Die Gefahr einer HIV-Infektion ist groß. Jedes zehnte Straßenkind in Äthiopien ist zudem von einer geistigen oder körperlichen Behinderung betroffen. Oft wurden sie von Zuhause fortgejagt, weil behinderte Kinder noch immer für viele Familien als Schande gelten.

Drogen sind auf der Straße immer in erreichbarer Nähe und werden zur Betäubung des Hungergefühls für die Kinder attraktiv. Die Polizei ist den Straßenkindern meist keine Hilfe, sondern verjagt die Mädchen und Jungen oft gnadenlos. Einige wandern ins Gefängnis. Ohne jede Betreuung geraten viele Kinder mit den Gesetzen in Konflikt.

Caritas international engagiert sich in der Diözese Adigrat für die Zukunft der Straßenkinder. Rund 250 Mädchen und Jungen finden in einem Straßenkinderzentrum der einheimischen Schwestern vom Orden der Vinzentinerinnen einen Weg in eine bessere Zukunft. Neben der Erfüllung existentieller Bedürfnisse, wie beispielsweise einer Mahlzeit pro Tag, können sie eine Bibliothek benutzen, erhalten Nachhilfe und stärken ihr Selbstbewusstsein durch gemeinsame Aktivitäten und Trainings.

 

  • Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

  • Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 43 Jahren.

  • Nur zwei von zehn Menschen haben Zugang zu Trinkwasser.

  • 38 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt.

  • Zirka 1,5 Mio. Menschen sind mit dem HI-Virus infiziert
    oder an Aids erkrankt, darunter 96.000 Kinder.

  • Es gibt 500.000 Aidswaisen.


August 2011


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