Überschwemmungen in Mittelamerika
Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Honduras
Es ist ein Jahr der Überschwemmungen: Nach den Flutkatastrophen in Pakistan, Indien, China und zuletzt Südostasien hat es nun auch Mittelamerika getroffen. Insgesamt kamen dort mehr als 70 Menschen in den Fluten ums Leben, vielerorts wurde die gesamte Ernte zerstört. Caritas international leistet Nothilfe.
Tagelange schwere Regenfälle und dadurch ausgelöste Erdrutsche haben in Mittelamerika mehr als 70 Menschen das Leben gekostet. Die schwersten Überschwemmungen wurden aus Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Honduras gemeldet.
In Guatemala fielen innerhalb einer Woche zum Teil über 1.000 Liter Wasser je Quadratkilometer und damit mehr als die Hälfte der normalen Jahresniederschlagsmenge. Insgesamt kamen über 250.000 Menschen durch die Naturkatastrophe zu Schaden, von denen weit über 10.000 evakuiert werden mussten und noch 7.000 in Notunterkünften untergebracht sind. Große Teile der Ernte und des Viehbestands wurden vernichtet.
Foto: Caritas El Salvador
150.000 Menschen in El Salvador wurden nach Abgaben des Zivilschutzes vom Unwetter stark betroffen. 23 Menschen starben. Den wesentlich verbesserten Frühwarnsystemen und der damit verbundenen gründlicheren Vorbereitung auf eine solche Situation ist es zu verdanken, dass die Opferzahlen nicht noch höher liegen. Rund 80.000 Menschen wurden evakuiert. Ihre Versorgung ist schwierig, weil viele Straßen durch Erdrutsche und eingestürzte Brücken nicht nutzbar sind.
"Es regnet ununterbrochen und laut Vorhersage auch die nächsten Tage, die Lage spitzt sich immer weiter zu", berichtete Michael Kleutgens, der für Caritas international in Mittelamerika tätig ist. " Weite Teile der Küstenregionen stehen komplett unter Wasser. In El Salvador ist die Wasserversorgung zu 90 Prozent zusammengebrochen."
Besonders gravierend ist, dass die Fluten die für dieses Jahr erwartete Rekordernte von Mais, Reis und Bohnen weitgehend vernichtet haben. "Die Preise für Kartoffeln und Gemüse haben sich in der letzten Woche fast schon verdoppelt", sagt Kleutgens, „nun müssen wir damit rechnen, dass die Preise für Grundnahrungsmittel in den nächsten Monaten noch einmal kräftig steigen - das wird eine weitere Katastrophe vor allem für die Ärmsten hier." In den Notstandsgebieten ist die Wasserversorgung zu 90 Prozent zusammengebrochen. Wenn die Menschen in der Not Wasser aus den überfluteten Flüssen trinken, drohen zudem Infektionen und Krankheiten.
Die Hilfen der Caritas
Caritas Guatemala hilft 450 besonders bedürftigen Familien, die in Notunterkünften leben müssen bis sie - mit Unterstützung der Caritas- ihre Häuser wieder bewohnbar gemacht haben. Währenddessen erhalten sie monatliche Nahrungsmittellieferungen, sowie später landwirtschaftliche Werkzeuge und individuell auf ihre Anbaufläche abgestimmtes Saatgut. Die Gemeindevorsteher bekommen die Möglichkeit, an Schulungen mit landwirtschaftlichen und katastrophenpräventiven Themen teilzunehmen.
In El Salvador können die Betroffenen früher in ihre Häuser zurückkehren. Da sie traditionellerweise Jahresvorräte anlegen, bekommen 1750 Familien eine entsprechend große Nahrungsmittel-Starthilfe. Je nach klimatischen Bedingungen und Bodenbeschaffenheit wird für sie Saatgut zum Anbau verschiedener Obst- und Gemüsesorten zusammengestellt. Auch die Werkzeuge, die sie erhalten, berücksichtigt ihren individuellen Bedarf.
Die Not- und Übergangshilfe der Caritas in den betroffenen Gebieten Guatemalas und El Salvadors wird auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie vom Auswärtigen Amt mitfinanziert.
Langfristige Katastrophenprävention
Caritas international unterstützt in der von der UNO als „vom Klimawandel besonders gefährdet“ eingestuften Region außerdem Programme zur Katastrophenvorsorge, in El Salvador auch eines speziell für Menschen mit Behinderung.
Mittelamerika ist in den vergangenen Jahren immer wieder von starken Stürmen und vor allem Überschwemmungen heimgesucht worden. Forscher gehen davon aus, dass sowohl das Klimaphänomen „El Niño“ als auch die karibischen Wirbelstürme durch den Klimawandel an Intensität zunehmen. Beide treffen die Länder Mittelamerikas besonders häufig.
Dezember 2011
Caritas international bittet um Ihre Unterstützung für die Soforthilfe in Mittelamerika.
Bei Banküberweisungen bitte das Stichwort: "Katastrophenhilfe Mittelamerika" angeben:
Caritas international
Spendenkonto 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00


