Afrika  

Spende

Hilfe für Straßenkinder in Äthiopien

Das Projekt

In Mekelle, im Norden Äthiopiens, unterstützt Caritas international ein Projekt für Straßenkinder. Die alleine lebenden Kinder müssen täglich um ihr Überleben kämpfen. Im Straßenkinderzentrum finden sie Hilfe bei der Bewältigung ihres Alltags. Für viele sind die Bildungsangebote im Zentrum sogar ein Sprungbrett in eine bessere Zukunft.

Jugendliche in der Berufsausbildung
Jugendlicher in einem Schreinerkurs im Zentrum für Straßenkinder

In einem neu errichteten Zentrum des Vinzentinerinnen-Ordens unterstützen die Schwestern 250 Kinder und Jugendliche. Die 65 Mädchen und 180 Jungen leben obdachlos auf der Straße oder sind Waisen oder Halbwaisen, die sich teilweise um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen. Die Straßenkinder erhalten im Zentrum von Montag bis Samstag tägliche eine Mahlzeit, bekommen zweimal im Jahr neue Kleidung, können sich und ihre Wäsche waschen und finden bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein offenes Ohr für ihre Nöte und Sorgen. Etwa zwanzig Kinder können vorübergehend auch im Zentrum übernachten.

Bildung hat einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Vinzentinerinnen: Mit Nachhilfe in den wichtigsten Schulfächern, einer Bibliothek zum Lernen sowie dem Training praktischer Fertigkeiten wie Schneidern, können die Kinder wieder den Anschluss an das reguläre Schulsystem schaffen. Zusätzlich erhalten mittellose Kinder das Schulgeld sowie eine Schuluniform.

In verschiedenen Kursen lernen sie den Umgang mit Computern, üben die in Äthiopien gängige Bildungssprache Englisch oder beginnen eine handwerkliche Ausbildung. Viele der Kinder und Jugendlichen profitieren von den Angeboten - Theaterspielen, Musizieren, Dichten oder den vielfältigen Sportmöglichkeiten. Dort können sie ihr Selbstbewusstsein stärken und eigene Fähigkeiten und Talente entdecken.

Kindergruppe in Mekelle
Lernen kann auch Spaß machen: Das erfahren die Kinder im Zentrum der Vinzentinerinnen

"Vor allem Mädchen leiden unter einem schwach entwickeltem Selbstbewusstsein", findet Sr. Medhin Tesfay, die zuständige Leiterin der Vinzentinerinnen.

Über Ansteckungswege und Gefahren der Infektion mit dem HI-Virus werden die Kinder spielerisch über Theaterstücke und mit Rollenspielen informiert und aufgeklärt. Mitarbeiter schulen Polizisten und örtliche Behörden über Aids und klären über die Rechte der Kinder auf.

Mit Hausbesuchen bei den Eltern oder Verwandten unterstützt der Psychologe Negus Hailu und sein Team die Entwicklung der Kinder. Manches Kind kann auf diese Weise wieder in seine Familie zurückkehren. Auch verstehen manche Verwandte besser, warum eine gute Bildung und Ausbildung für die Zukunft ihrer Kinder in Äthiopien die entscheidende Rolle spielen kann.

August 2011


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