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Russland: Hilfe für HIV-infizierte Kinder

Die Situation

Russland galt bis in die 1990er Jahre hinein international als "Aids-freie-Zone". Tatsächlich wurde im Februar 1987 zum ersten Mal die HIV-Infektion bei einem Russen diagnostiziert, der sich vermutlich als Soldat im Ausland infiziert hatte. Doch in den letzten 15 Jahren sind die Neuinfektionen sprunghaft angestiegen.

Karte Russland

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Verbreitung von HIV/AIDS in Russland sprunghaft angestiegen: Experten gehen von aktuell bis zu 500.000 HIV-positiven Menschen in Russland aus. Die Gesundheitsbedrohung der Bevölkerung durch eine Zunahme von HIV Infektionen, ausgelöst durch Drogenkonsum, mangelnde Aufklärung und Armut, nimmt in den Ländern des ehemaligen Ostblocks weiterhin zu. Besonders dramatisch ist die Situation insbesondere in Russland, der Ukraine und auf dem Balkan. Die hohe Migration aus diesen Ländern nach Westeuropa oder innerhalb dieser Länder, wie z.B. nach Russland, verdeutlicht die besondere Brisanz. Um so nötiger ist es, diese Problematik in Schulen und anderen sozialen und kirchlichen Einrichtungen offensiv anzusprechen und Aufklärung zu leisten.

Im Rahmen von Präventionsprojekten hat sich Caritas international in den letzten Jahren in erster Linie auf die Kinder- und Jugendprojekte und die Hauskrankenpflege konzentriert. Dabei ist der hohe Grad an Stigmatisierung, der mit der Erkrankung verbunden ist, eine große Herausforderung, die Osteuropa von anderen Regionen mit HIV/Aids unterscheidet. Die Eltern HIV-positiver Kinder sind weitgehend überfordert und erfahren Ausgrenzung - die gesellschaftliche Ablehnung schlägt auf die Kinder zurück, die manchmal ausgesetzt oder versteckt werden und keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten.

Nicht zuletzt sind HIV/Aids-Erkrankung und ihre Prävention ein schwieriges Thema für die katholische Kirche, für die konservative Kirche in Osteuropa um so mehr. Es mangelt an Verständnis, Bereitschaft und Wissen, dazu Position zu beziehen und qualifizierte Aufklärungsarbeit zu leisten oder auch nur qualifiziert das Thema mit Betroffenen aus der eigenen Gemeinde besprechen zu können.

Juli 2010