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Spende

Russland: Hilfe für HIV-infizierte Kinder

Das Projekt

Die Ausgrenzung und Stigmatisierung von HIV/Aids Kranken trifft im besonderen Maß HIV-positive Neugeborene und Kleinkinder. Sie werden häufig aus Not in Krankenhäusern zurückgelassen und leiden dort unter mangelnder Fürsorge.  In zwei Moskauer Kliniken betreuen Mitarbeiterinnen der Caritas die Kinder und fördern ihre Entwicklung.

Oksana Dolgih , Caritas-Projektleiterin für die Betreuung HIV-infizierter Kinder, mit  Kind
Oksana Dolgih , Caritas-Projektleiterin für die Betreuung HIV-infizierter Kinder, mit einem Kind in der Moskauer Klinik
Foto: Ann Kathrin Sost

Laut einer Untersuchung von Human Rights Watch werden in Russland HIV-positive Kinder häufig in spezielle Waisenhäuser gegeben oder in Krankenhausabteilungen für mehrere Jahre isoliert. Die Isolation dieser Kinder trägt wesentlich zu ihrer Diskriminierung und Stigmatisierung bei. Falsche Informationen und mangelnde Aufklärung sind ein Grund dafür. 

Vor diesem Hintergrund stehen HIV-positive Frauen vor der schwierigen Entscheidung, ob sie ihre Kinder behalten sollen. Die Mehrheit der Kinder von HIV-positiven Müttern bleibt bei ihren Familien. Doch es ist schwierig, für die Kinder einen Platz im Kindergarten oder in der Schule zu finden, wo sie wegen ihrer HIV-Infektion nicht willkommen sind. Noch weiter verstärkt wird das gesellschaftliche Stigma der Krankheit bei Kindern, die nach der Geburt von ihren HIV-infizierten Müttern im Krankenhaus zurückgelassen werden und im Krankenhaus und Waisenheimen aufwachsen müssen. In vielen Fällen können die aidskranken Eltern kaum ihr eigenes Überleben sichern und sind mit der Pflege und Betreuung ihrer Kinder heillos überfordert. 

Die Caritas Moskau arbeitet bereits seit 1999 mit dem städtischen Krankenhaus für Infektionskrankheiten und seit 2004 mit dem in Moskau einzigen Spezialheim für HIV-infizierte Kinder und weiteren staatlichen Kindereinrichtungen, in die HIV-infizierte Kinder eingewiesen werden.

In der Infektionsabteilung des Krankenhauses leben zeitweise 40 Kinder, die von ihren HIV-infizierten Müttern im Krankenhaus zurückgelassen wurden, von der Geburt an bis zu einem Alter von sechs Monaten. Das Krankenhaus stellt lediglich die medizinische Betreuung und die Versorgung mit Grundnahrung sicher. Doch die Versorgung der Kinder ist nicht ausreichend. "Alle Kinder sind schwach und erkranken oft", erzählt Maria Piatina, die Organisatorin des Projektes in Moskau. Caritas übernimmt daher einen Teil der zusätzlich notwendigen Nahrung, Hygieneartikel und Kinderausstattung für die Neugeborenen und Kleinkinder, die in der Infektionsabteilung des Krankenhauses leben.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Entwicklung der Kinder zu fördern. Denn es reicht nicht aus, ihre körperlichen Leiden und Krankheiten zu behandeln, ohne ihnen eine Möglichkeit der geistigen Entwicklung zu bieten und ihnen menschliche Wärme zu geben. Caritas Moskau hat einen Besuchsdienst von Caritas-Helferinnen und Freiwilligen ins Leben gerufen, die die Kinder betreuen und fördern. Wegen der gravierenden Entwicklungsschäden besteht dringender Bedarf an weiteren pädagogischen Fachkräften. Das Geld dafür und für kindgerechte Ausstattungsgegenstände und Medikamente stellt Caritas international zur Verfügung.

Darüber hinaus unterstützt Caritas potentielle Pflege- und Adoptivfamilien, die sich regelmäßig treffen und austauschen. Mitarbeiter der Caritas begleiten und beraten die bereits bestehende Selbsthilfegruppe von etwa 30 Personen. 

Juli 2010