Hilfe für Vertriebene und Opfer des Krieges im Kongo
Das Projekt
Millionen von Binnenvertriebenen im Ostkongo können derzeit nicht aus eigener Kraft für ihren Unterhalt sorgen. Die Schwächsten der Flüchtlinge werden von Caritas darin unterstützt, selber Nahrungsmittel anzubauen.
Wer jahrelang in Flüchtlingscamps gelebt hat, ist häufig mittellos. Zudem fehlen soziale Einrichtungen, funktionierende Märkte, die Infrastruktur wie Straßen und Wasserversorgung sind sehr lückenhaft. Und erneute Attacken von Rebellengruppen sorgen dafür, dass Menschen im Ostkongo immer wieder auf der Flucht sind. Regelmäßig brechen verschiedene Milizverbände die Vereinbarungen und treten den fragilen Frieden mit Füßen. So kam es im Februar 2010 zu erneuten Attacken in den Regionen von Birambizo und Mweso. Im August 2011 flohen wieder Tausende aus ihren Dörfern.
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| Flüchtlinge in Mugunga im Ostkongo |
| Foto: Sébastien Dechamps / SECATHO |
Nothilfe für die Flüchtlinge in Nord-Kivu / Ostkongo
Manche der etwa zwei Millionen Menschen, die jahrelang Vertreibungen ausgeliefert waren und keinen festen Wohnort mehr hatten, kehrten im Laufe der letzten zwei Jahre wieder in ihre Dörfer zurück. Sie wollen hier ihr Leben in die Hand nehmen. Einige unter ihnen wurden nun erneut von lokalen Milizen vertrieben. Im Norden der Ostprovinz gehören zu den Gewaltakteuren auch Splittergruppen einer nordugandischen Rebellenorganisation, der Lord Resistance Army (LRA), die 2008 vor dem ugandischen Militär in den Kongo geflohen war und hier seither die Bevölkerung attackiert. Im nördlichen Ulele Distrikt wurden von dem Hilfswerk der Vereinten Nationen dieses Jahr allein 202 Angriffe der LRA registriert.
Der Missionsärztliche Dienst hat in der Diözese Uvira in der Provinz Süd-Kivu gemeinsam mit den Caritas-Partnern die Ernährungssituation der dort lebenden Bevölkerung untersucht. Obwohl sich die Lage seit 2008 etwas gebessert hat, sind nach wie vor schwere Fälle von Mangelernährung anzutreffen.
Ohne Ernten keine Mahlzeit
Viele Menschen sind nach wie vor auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen, insbesondere Kinder und Frauen. Die Gründe sind komplex:
So können sich beispielsweise viele Kinder, deren Mütter als Geißeln von Rebellentruppen gefangen genommen wurden, nicht ausreichend
ernähren. Land ist nicht für alle zugänglich. Schädlinge vernichten mancherorts die Kulturpflanzen, klimatische Verschiebungen
wie zu lange Trockenzeiten oder auch zu heftige Regenfälle führen zu Ernteausfällen. Seuchen wie Cholera treten immer wieder
auf, Zugang zu sauberem Wasser ist oftmals schwierig. Viele Menschen sind zudem nicht geimpft und daher besonders anfällig
für Krankheiten, von denen sie sich dann oft nur schlecht erholen.
Die Arbeit der Caritas richtet sich vorwiegend an tausende in ihre Heimatdörfer zurückgekehrte Bauernfamilien, die als Folge
des Bürgerkrieges fliehen mussten. Die Anzahl der Rückkehrerfamilien, die vor plündernden Milizen und Gewalt geflohen waren,
wird allein in der Region Mwenga auf 14.500 geschätzt.
Ernährungssicherung ist das erste Ziel
Die Binnenvertriebenen haben, auch wenn sie über Jahre in Flüchtlingscamps lebten, ihre wirtschaftliche Ernährungsgrundlage verloren und sind nach ihrer Rückkehr völlig mittellos. Gemeinsam mit einem Komitee der Zurückgekehrten, der lokalen Kirche und den Dorfältesten werden die Begünstigten ausgewählt. Dabei unterstützt die Caritas diejenigen, die durch eigene Kraft nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu bewältigen. Das sind häufig alleinerziehende Mütter, Schwangere, alte, kranke und behinderte Menschen.
Als Soforthilfe erhalten die Familien Speiseöl, Mais, Salz und Bohnen, um sich bis zur nächsten Ernte ernähren und die Arbeit
auf den eigenen Feldern überhaupt leisten zu können. Zudem werden landwirtschaftliche Geräte bereitgestellt und Maniokstecklinge
sowie Saatgut wie Mais, Bohnen und Reis verteilt. Dank dieser Hilfen, zu denen auch eine landwirtschaftliche Beratung gehört,
können die Familien eine Lebensgrundlage langfristig wieder aufbauen. Die landwirtschaftlichen Berater und Agronomen nehmen
zuvor an einer Weiterbildungsmaßnahme teil.
Die Caritas im Ostkongo ist eine der engagiertesten humanitären Hilfsorganisationen in der Krisenregion. Sie verteilte seit
Juni 2009 allein mehr als zwei Drittel der Lebensmittelhilfen, die das UN- Welternährungsprogramm (WFP) zur Verfügung gestellt
hatte. Die Nahrungsmittelrationen deckten den Bedarf von 270.000 Flüchtlingen.
September 2011
Caritas international bittet dringend um Spenden für die Flüchtlinge und rückgekehrten Familien im Osten des Kongo
Onlinespende [weiter...]
Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00
Stichwort: Flüchtlinge Kongo


