NAHER OSTEN / NÖRDLICHES AFRIKA  

Spende

Hilfe für die Opfer des Irak-Konflikts

Das Projekt

Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt die Caritas Irak seit mehr als 20 Jahren die Opfer des Konflikts in der wechselhaften Geschichte des Landes. Als lokale Organisation konnte und kann Caritas Irak trotz der kritischen Sicherheitslage im Irak weiterarbeiten.

Mutter mit Registrierungskarte
Stolz präsentiert eine Frau ihr Kind und die Registrierungskarte für das Well Baby Programm im Zentrum Rusafa II in Bagdad

Die "Confrèrie de la Charité", die Caritas Irak ist bereits seit dem Ende des Golfkrieges 1991 in größerem Umfang im Irak tätig. 1992 hatte sich Caritas Irak zur Aufgabe gemacht, die Leidtragenden des UN-Embargos, das sich eigentlich gegen die politische Führung des Irak richten sollte, zu unterstützen. Zur medizinischen Versorgung der Schwächsten in der Bevölkerung, vor allem den Frauen und Kleinkindern, richtete sie 14 Sozialzentren ein.

Zur Zeit können zehn dieser Zentren unter den äußerst erschwerten Bedingungen, die im Irak herrschen, arbeiten. Die Einrichtungen, die Caritas in eigener Regie oder in Zusammenarbeit mit dem Roten Halbmond betreibt, sind über das Land verteilt: in Bagdad, in Basra , und im Norden in kleineren Städten. Das Zentrum in Mosul musste Ende 2006 nach massiven Drohungen geschlossen werden. Unter anderem führte Caritas Irak mehr als zehn Jahren auch das "Well-Baby"- Programm durch. Daraus entstanden ist inzwischen ein Projekt für Familien mit Kindern unter fünf Jahren, die an Unterernährung leiden. Sie werden mit Zusatznahrung versorgt und medizinisch betreut. Spezielle Schulungen für Mütter mit stark unterernährten Kindern sind ein weiterer Bestandteil des Programms. Rund 20.000 Kinder - die meisten von ihnen Muslime - und deren Mütter nehmen an dem Programm teil.

In den letzten Jahren organisierte und finanzierte Caritas die Wiederinstandsetzung und den Betrieb von zwölf öffentlichen Gesundheitszentren. Die Gesundheitszentren sind im Irak ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Grundversorgung. Viele von ihnen waren nach dem Krieg zerstört, ausgeplündert oder verfügten schlichtweg weder über Medikamente noch über funktionierende medizinische Geräte. In Erbil, Mosul und Kirkuk sind acht der zehn Gesundheitszentren wieder funktionsfähig.

Die Caritas-Mitarbeiter helfen dort, die Versorgung der bedürftigen Menschen in der Umgebung zu gewährleisten. Solange die Sicherheitslage es noch zugelassen hat, konnte Caritas Irak in größerem Maßstab dringend benötigte medizinische Notfallversorgung und medizinische Hilfe ins Land bringen. Auch unter extrem gefährlichen Bedingungen gelingt es immer wieder, Hilfstransporte ins Land zu bringen. Der Bedarf an Unterstützung ist enorm.

Derzeit werden intern vertriebene Familien und rückkehrende Flüchtlinge, die keinen Zugang zu staatlichen Versorgungsleistungen finden, von Caritas Irak mit Hilfspaketen untestützt. Jedes Hilfspaket umfasst vier Decken und Bettbezüge, ein Kerosin-Heizgerät, ein Paket mit Hygieneartikeln (Zahnpflege, Waschmittel, Seifen, Damenbinden etc.) und ein Paket mit Nahrungsmitteln (Linsen, Mehl, Dosenfleisch, Reis). Derzeit profitieren von dem Programm rund 7.000 Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, Vertriebene, Witwen und alleinerziehende Frauen sowie alte und kranke Menschen.  Caritas Iraq hat für Begünstigte ohne eigene Transportmittel eine „Hauslieferung“ durch Freiwillige Helfer/Innen mit eigenem Fahrzeug organisiert - sie bringen die Hilfsgüter in die Wohnungen der Begünstigten.

Aktuell unterstützt Caritas Irak die vielen Christen, die im Oktober 2008 aus Mosul geflüchtet sind. [Siehe auch: "Christen im Irak"]

November 2010