Niger: Der Kampf gegen Armut und Hunger
Projekte für Straßenkinder in Niger
Besonders Kinder und Jugendliche sind von der strukturellen Armut in Niger betroffen. Arbeitslosigkeit, Bandenkriminalität und Hoffnungslosigkeit bestimmen tagtäglich ihr Leben. Die Caritas Niger engagiert sich für die benachteiligten Kinder in den Ballungszentren Maradi und Agadez.
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| Kinder in einem der Stadtteilzentren der Caritas |
Extreme Armut und das weltweit höchste Bevölkerungswachstum führen dazu, dass unzählige Familien in Niger ihre Kinder nicht
ernähren können. Viele Kinder und Jugendliche sind daher auf sich alleine gestellt und versuchen, sich mit Arbeit, mit Betteln
oder auch Diebstählen über Wasser zu halten.
Zur Schule können diese Kinder nicht gehen, obwohl offiziell sogar Schulpflicht besteht und der Unterricht kostenlos ist. Mit
nur 54 Prozent ist die Einschulungsquote in Niger sehr niedrig. Die Jobs, die die Straßenkinder annehmen müssen, sind meist
Gelegenheitsarbeiten im informellen Sektor - von Schuhputzen bis hin zur Kinderprostitution. Vor allem Mädchen sind häufig
von sexueller Ausbeutung betroffen. Nur acht Prozent der Jugendlichen in Niger arbeiten in regulären Arbeitsverhältnissen.
Die Arbeit der Caritas Niger
Caritas Niger hat sich zur Aufgabe gemacht, die Situation für Kinder und Jugendliche aus den ärmsten Bevölkerungsschichten zu verbessern. In den Stadtteilzentren der Caritas in Maradi und Agadez bieten die Mitarbeitenden Unterstützung für die Straßenkinder an. Angefangen bei der klassischen "Streetwork" bis hin zu Alphabetisierungs- Ausbildungs- und Freizeitkursen. Zudem können die Kinder sich bei Verletzungen oder Krankheiten in der medizinischen Ambulanz der Caritas versorgen lassen.
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| Oft sind selbst ausbeuterische Gelegenheitsjobs rar für die Straßenkinder in Niger |
Zu den drängendsten Problemen, mit denen die Straßenkinder tagtäglich konfrontiert sind, gibt es Gesprächsrunden: Alkohol oder harte Drogen, HIV/Aids, Mißbrauch, Gewalt, Probleme mit der Polizei oder bei Behörden. In den Gruppen können sich die Kinder und Jugendlichen austauschen und finden Rat und tatkräftige Hilfestellungen.
Manchmal sind Schwierigkeiten konkret zu lösen. So haben zum Beispiel nur die wenigsten Kinder gültige Papiere - den Sozialarbeiter/innen aber ist es eher möglich, Geburtsurkunden und Ausweise zu beantragen.
Die meisten Probleme aber sind handfester. Sie bedürfen viel Geduld und einer hohen Frustrationstoleranz. Besonders schwierig
ist es, bereits etablierte Strukturen aufzubrechen. Wer mit Diebstahl, Dealen oder Kinderprostitution mehr Geld verdient,
als nach einer durch das Projekt geförderten Berufsausbildung, ist trotz des harten Alltags schwer mit alternativen Perspektiven
zu erreichen.
Prävention und frühe Förderung ist daher eines der großen Aufgaben für die Caritas Niger. Dabei unterstützt ein gut ausgebautes
Netz von freiwilligen Helfer/innen die Caritas-Mitarbeitenden in der Jugendarbeit.
Besonderen Wert legt die Caritas Niger darauf, die Kinder und Jugendlichen langfristig - und natürlich nur auf eigenen Wunsch - wieder in ihre Familien oder Gemeinden zu integrieren. Ausführliche Gespräche mit den Eltern, direkte Unterstützung und Informationsveranstaltungen in den Gemeinden braucht es dazu ebenso, wie die Öffnung von Perspektiven für die Kinder. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Bemühungen dazu äußerst erfolgreich.
Von Anfang an hat die Caritas Niger besonderen Wert auf die überkonfessionelle Ausrichtung der Arbeit gelegt. Muslimische
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen befinden sich auf der Leitungs- wie auch auf der Arbeitsebene. Ein klarer Ausdruck für das
Leitbild der Caritas, Hilfen unabhängig von Geschlecht, Religionszugehörigkeit, sozialem Status und ethnischer Zugehörigkeit
zu leisten.
August 2011



