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Irak: Das Well-Baby-Programm

Die Situation

In den Jahren seit dem offiziellen Ende des Krieges 2003 im Irak ist die Zahl der unterernährten Kinder auf drei Millionen gestiegen. Grund hierfür ist die allgemeine Sicherheitslage, der Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung und der Infrastruktur und in der Folge die Verarmung weiter Bevölkerungsschichten. Nur jedes 10. Kind erreicht das fünfte Lebensjahr, drei Millionen Kinder sind Waisen oder Flüchtlinge.

Unterernährter Junge
Nahrung und Medikamente sind besonders für die arme Bevölkerung nicht erschwinglich und nur schwer zu erhalten. Mangel- und Unterernährung sind die Folgen.

Schon vor Beginn des Krieges im März 2003 war die Versorgungslage der Bevölkerung mit Nahrung und Medikamenten unzureichend. Das jahrelange Embargo vor dem Krieg und die katastrophale Lage während und nach des Militärschlags haben die Menschen zermürbt.
Die schwierige Versorgungslage in den Jahren vor dem Krieg war die Folge des internationalen Embargos, das nach der niedergeschlagenen Invasion in Kuwait 1991 dem Irak auferlegt wurde. Nach offiziellen Angaben der UN starben schon vor Kriegsbeginn 2003 jeden Monat bis zu 5.000 Kinder.

Dass der Irak vor Beginn des Embargos ein blühender Staat mit intakter Infrastruktur, einem gut ausgebauten Gesundheitswesen und Bildungssystem war, davon ist wenig übrig. Die Richtlinien für das Embargo griffen so stark, dass Monate vergingen, bis Medikamente freigegeben wurden und das Inland erreichten.

Seitdem ist das Land in einen ständigen Ausnahmezustand versetzt. Nahrung und Medikamente sind besonders für die wachsende Zahl der armen Bevölkerung nicht erschwinglich und nur schwer zu erhalten. Mangel- und Unterernährung trifft vor allem die Jüngsten. Die Ernährungssituation ist alarmierend, die Arbeitslosigkeit ist immens gestiegen, die Bevölkerung verelendet und die medizinische Versorgung nicht gewährleistet.

Caritas Irak hat schon in der Vergangenheit in verschiedenen Programmen viele tausend Familien mit Nahrungsmitteln unterstützt. Mit Blick auf die besonders schwierige Situation der Kleinkinder und der stillenden Mütter konzentrierten sich die Bemühungen der Caritas Irak seit nunmehr acht Jahren auf diese Zielgruppe. Zusätzliche Nahrung wird zur Behandlung von mangelernährten und unterernährten Kindern zur Verfügung gestellt. Die Mütter lernen in Trainingsprogrammen, wie sie die Ernährung unter den gegebenen Umständen ernährungsphysiologisch am besten gestalten können, mit dem Wenigen, was vorhanden ist.

Unter dem Namen "Confrérie de la Charité" wurde die Caritas Irak 1992 gegründet. Die Besonderheit der irakischen Caritas liegt darin, dass es sich um eine gemeinsame Gründung aller vier im Land vertretenen katholischen Riten handelt. So stellt Caritas Irak heute das gemeinsame Hilfswerk der mit Rom verbundenen chaldäischen, syrischen, armenischen und lateinischen Christen des Landes dar. Ziel der übergreifenden Caritas Irak war von Anfang an, auch Hilfe für bedürftige Nichtkatholiken zu leisten.

Juli 2009


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