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Najla Chahda, Caritas Libanon
Leiterin des Migrationszentrums der Caritas (CLMC)
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Najla Chahda hat in Beirut während des Libanonkrieges (1975 bis 1990) Politikwissenschaften studiert. Während sie 1988 ihren
Magisterabschluss machte, war Najla bereits als Freiwillige voll eingespannt in die Nothilfearbeit der Caritas.
"Als ich mein Studium begonnen habe, bin ich in der Not- und Katastrophenhilfe ausgebildet worden. Das hat mich am meisten
interessiert", sagt Najla, "Ich habe sehr viel Energie in mir und bei Nothilfe-Einsätzen braucht man genau das." Najla Chahda
wusste, diese Energie immer zu kanalisieren: Als der Bürgerkrieg zu Ende ging hat sie in West-Beirut in einem Projekt für
Kriegsopfern gearbeitet. 1994 arbeitete sie in dem neu entstehenden Migrationszentrum der Caritas für sudanesische Flüchtlinge.
Eines Tages hat sie den Mann einer Sudanesin aus dem Migrationszentrum im Gefängnis besucht, der wegen ungültiger Papiere
inhaftiert war. Sie war schockiert über die Haftbedingungen der illegalen Migranten: "600 Männer waren hier in vier gerade
mal 20 m² großen Räumen zusammengepfercht. Um sich zum Schlafen auf den Boden zu legen, mussten sie sich abwechseln." Die
Gefangenen dort waren alle wegen reiner Pass - Formalitäten inhaftiert. Sie waren vollkommen ihrer Würde beraubt und wurden
behandelt wie Tiere.
Nach dieser Erfahrung hat Najla Chahda sofort mit der Lobbyarbeit für die Illegalen begonnen und ein Projekt zur Gefangenhilfe
und zur Unterstützung der Familienangehörigen initiiert.
Zwei Jahre später hat Najla Chahda den Irak besucht. Dort hat sie das Elend der Menschen unter der Diktatur Saddam Husseins
erlebt. "Als ich die Armut im Irak sah, war mir klar, dass ich hier nichts tun kann. Was ich aber sehr wohl tun konnte, war,
den Flüchtlingen des Regimes im Libanon zu helfen. Denn hier leben Tausende, die aus dem Irak geflüchtet sind. Das wurde zu
einem Wendepunkt in meinem Leben."
Seit dieser Zeit hat sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden, den Sozialarbeitern, Rechtsanwälten und den Freiwilligen Tausende
von Migranten und Flüchtlingen im Libanon unterstützt. Heute ist Caritas Libanon die einzige Nichtregierungsorganisation,
die in den Abschiebegefängnissen arbeiten darf und in direkten Kontakt mir den Flüchtlingen und Migrant/innen treten darf.
"Eine erschöpfende aber ebenso lohnende Arbeit", sagt Najla Chahda. "Es kostet unglaublich viel Energie eine Freilassung zu
erwirken, aber wenn es klappt, vergisst du allen Ärger und alle Schwierigkeiten".
Najla Chahda ist inzwischen die Leiterin des Migrationszentrum der Caritas Libanon. Als die ersten Bomben auf Beirut fielen,
hat das Migrationszentrum die Freilassung und Evakuierung von 200 Frauen aus einem Abschiebegefängnis durchsetzen können,
das direkt im Zielbereich israelischer Raketen unter einer Brücke lag.
Von dem Moment an, als dieser Erfolg bekannt wurde, sind Tausende von Migrant/innen zu CLMC, dem Migrationszentrum geströmt
und haben um Hilfe gebeten.
Seit Ausbruch des Krieges konnte CLMC Tausenden von Gastarbeitern und illegalen Migrant/innen Schutz, humanitäre Hilfe und
Unterstützung gewähren. Viele von ihnen haben keine gültigen Papiere, doch bereits jetzt hat Caritas die Ausreise von mehr
als 4.000 in ihre Heimatländer ermöglicht.
Inmitten all der Spannung und Belastung in Beirut, bleibt Naja Chahda konzentriert und effektiv. Ihre Fröhlichkeit, ihr Lachen
und ihre warme Freundlichkeit täuschen über ihr tief empfundenes Mitgefühl und ihren eisernen Willen hinweg. Sie selbst war
vor 20 Jahren Flüchtling im eigenen Land und fühlt sich eng verbunden mit den Migrant/innen, die keine Lobby, keine Stimme
haben.
von David Snyder, CRS, August 2006
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