Israel: Unterstützung für Migrantenkinder
Situation vor Ort
Israel ist ein Einwanderungsland und dennoch häufig mit der großen Zahl von Gastarbeiter/innen und Zuwanderfamilien überfordert. Vorallem die illegal Eingereisten leben unter schwierigsten Bedingungen in den ärmeren Vierteln der Städte. Die Kinder dieser Familien haben mit enormen sozialen Problemen zu kämpfen.
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| Shalom from Israel: Kinder im Jaffa Institute, dem Integrationsprojekt von Caritas international |
In Israel leben rund 300.000 Gastarbeiter: Der Großteil von ihnen kommt aus asiatischen Ländern, Lateinamerika oder Osteuropa.
Auf der Basis von Zeitverträgen arbeiten sie vor allem in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und der Altenpflege und versuchen
mit ihrem geringen Einkommen den Alltag zu meistern.
Nochmals schwieriger ist die Situation jedoch für weitere 30.000 Eingereiste mit illegalem Status. Sie suchen Asyl im israelischen
Staat und leben häufig perspektivlos in den Armutsvierteln der größeren Städte. Viele von ihnen sind mit der Hoffnung auf
eine bessere Zukunft aus dem Sudan oder anderen afrikanischen Staaten in Richtung Naher Osten geflohen. Doch Arbeit ist knapp
und die Konkurrenz auf dem Niedriglohnsektor groß. Ihr Alltag ist äußerst beschwerlich und sie werden häufig ausgebeutet und
ausgegrenzt.
Insbesondere für die Kinder dieser Familien ist es schwer, sich zu integrieren. Aufgrund mangelnder Hebräischkenntnisse und
ihrer fremden Kultur haben sehr viele von ihnen in der Schule große Schwierigkeiten. Zu Hause erhalten sie selten die nötige
Zuwendung und Betreuung: Vor fünf Jahren haben die israelischen Behörden eine Vielzahl männlicher Gastarbeiter in ihre Heimatländer
zurückgeschickt. Die Frauen blieben allein mit ihren Kindern zurück und müssen seither für den Unterhalt der Familie sorgen.
Da sie den ganzen Tag arbeiten gehen, sind die Kinder auf sich alleine gestellt, vereinsamen und fallen in ihren schulischen
Leistungen erheblich ab. In meist sehr schlechten Wohnverhältnissen verbringen sie eine trostlose Kindheit. Diese Form von
sozialer Verwahrlosung wird in der Öffentlichkeit kaum diskutiert. Der Zielgruppe fehlt eine gesellschaftliche Lobby.
Dabei ist ihre Zahl keineswegs marginal: Allein in Tel Aviv leben 60.000 Asylanten, die sich vor allem in den einkommensschwachen
Vierteln Kiryat Shalom, Tel Kabir, Shapira und Hatiqwa im Süden Tel Avivs niedergelassen haben. Die Hafenstadt am Mittelmeer
wird daher zum sozialen Schmelztiegel: Hier leben sudanesische Flüchtlinge, rumänische Gastarbeiter oder thailändische "Leibeigene"
Wand an Wand in zerbrechlichen Gebäuden und mit ebenso zerbrechlichem rechtlichem Status. Besonders betroffen sind auch hier
die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft: die Kinder, die sich weder in der Schule noch in ihrer Freizeit altersgerecht
entfalten können.
August 2011


