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Pak Hartono, Caritas Indonesien
Psychologe im Panti Rapih Krankenhaus der Caritas Indonesien (KAS)
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Ich wurde 1945 im Bezirk Sleman bei Yogjakarta geboren. Mit neun Jahren bekam ich Kinderlähmung und konnte nur noch wie eine
Spinne laufen. Ich habe mich furchtbar geschämt, bin nicht mehr in die Schule gegangen. Als ich elf war, haben mich meine
Eltern in eine Einrichtung für Kinder mit Behinderungen geschickt. Ich konnte dann auch wieder die Schule besuchen. Wenn der
Unterricht in einem anderen Stockwerk stattgefunden hat, haben mich meine Klassenkameraden getragen. Seit dieser Zeit habe
ich mehr Selbstbewusstsein.
Nach der Grundschule war es schwer, eine weiterführende Schule zu finden. Endlich aufgenommen, wollte ich beweisen was ich
kann, lernte sehr viel und wurde Klassenbester. Ich habe Psychologie studiert und 1975 mein Examen an der Universität von
Gajah Mada absolviert. Die Dozenten dort haben mich sehr unterstützt und mir Bücher von berühmten Behinderten geliehen, wie
Helen Keller oder Roosevelt. Ich dachte: Wenn andere Leute trotz ihrer Behinderung so viel erreichen, warum sollte ich das
nicht auch können?
Nach meinem Examen habe ich im Sozialministerium gearbeitet. Danach habe ich eine eigene psychologische Praxis im Panti Rapih
Krankenhaus eröffnet. Inzwischen betreue ich ein Projekt der Caritas Indonesien im Krankenhaus von Klaten, für die nach dem
Erdbeben behinderten Menschen.
In Indonesien gibt es ein Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung, aber niemand hält sich daran. Außerdem ist ein
Quotengesetz eine Ausnahmeregelung, was ich persönlich nicht gut finde. Ich bin für gleiche Rechte auf allen Ebenen. Dafür
kämpfe ich, seit ich 21 Jahre alt bin. In meiner täglichen Arbeit möchte ich Selbstbewusstsein und Mut vermitteln und die
Entschlossenheit, für die eigenen Rechte einzustehen.
Juli 2007



